Archiv für September, 2018

Nach Hause

Posted in Allgemein on Freitag, 21. September 2018 by badana

Ich warte seit Stunden an diesem gottverlassenen Bahnhof in der Pampa. Keinesfalls möchte ich hier länger bleiben. Alles in mir schreit nach Aufbruch. Und doch lass ich jede Gelegenheit zur Abfahrt wieder verstreichen, beobachte die Reisenden, wie sie aussteigen, einsteigen – ich bleib sitzen und scharre mit den Füssen auf dem Asphalt.

Denn wenn ich jetzt aufstehe, jetzt aufstehe und in einen dieser Züge steige, dann komme ich nie wieder zurück. In der Ferne werde ich eine andere sein und mit anderen sein. Ich werde nicht zurückschauen, denn ich kenne keine Reue. Verstehst du.

So sitz ich also hier, während die Sonne untergeht. Mein Magen knurrt und mich friert. Der Sommer neigt sich seinem Ende zu. Gerne würde ich jetzt etwas tun, um die Zeit totzuschlagen, aber ich habe alles vergessen – alles, was mir hier wichtig war. Es gibt jetzt nur noch mich und diesen gottverlassenen Bahnhof in der Pampa.

Auch wir sind vergangen. Ein schaler Nachgeschmack ist geblieben. Ich bin ich und du bist du. Daran wird sich nie etwas ändern. Zwischen uns türmen sich Wolkenkratzer, Kräne, ausrangierte Güterwagen – Berge von Metall.

Ich möchte hier noch eine Weile sitzen und die Reisenden beobachten, die zärtlichen kleinen Gesten, die Abschiedsküsse, Hände, an Fensterscheiben gepresst. Ich möchte hier noch eine Weile sitzen. Vielleicht in der Hoffnung, dass du mich zurückholst, mir den Arm um die Schulter legst, mich nach Hause bringst, nach Hause zu dir.

Ron Hicks.

Ron Hicks.

 

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Und wieder

Posted in Allgemein on Samstag, 8. September 2018 by badana

Und wieder hab ich mich verloren.
Jedes Wort von mir schwer, weshalb.

Alles kostet Kraft. Das Aufstehen, das Atmen, das Lachen am meisten.

Ich möchte allein sein und kann es nicht. Suche dich ständig in meiner Wohnung, auch wenn ich weiss, dass du nicht da bist.

Vor mir fliehen, möchte ich. Weit weg sein von mir.

Die Traurigkeit lässt mich erstarren. Der Sommer verabschiedet sich und ich habe Angst vor allem.

Nur in deiner Umarmung kann ich kurz aufatmen. Aber du willst reden, reden, fragst und wartest, dass ich etwas sage. Dass ich glücklich bin. Ich bin es nicht, gräme mich darob. Es tut mir leid, dir tut es leid. Was sollen wir tun.

Darf ich dein Meer sein, in dem du ertrinkst?
Willst du meine Sonne sein, die mich verbrennt?

Sei mir nicht böse, ich kann grad nicht. Nichts. Mein nächster Schritt ist dieser und dann noch einer.

Alles andere muss warten.

Andrea Kiss.

Andrea Kiss.