Archiv für Oktober, 2017

Worried

Posted in Allgemein on Montag, 30. Oktober 2017 by badana

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Ich will überallhin

Posted in Allgemein on Dienstag, 24. Oktober 2017 by badana

Der Kopf ganz schwer vor Krankheit und Langeweile, sinkt tiefer und tiefer ins Kissen – hinein in den eigenen Abgrund. Ach ja, da war ja noch was an Gedanken, das drängt: Was alles habe ich nicht, was alles bin ich nicht und will es sein und steh neben mir und schau mir zu, beim Leben vorgeben. Nun denn: Ich schreibe Listen auf die Schlafzimmerwände, die mich umgeben, mich einfangen wollen, in diesem Herbst, der farbige Laubblätter bringt und neue Gerüche aus der Fremde. Ich möchte die Wut ganz fest in meinem Bauch bewahren, alle sollen gehen, wenn sie wollen – da ist die Tür und da ein Fenster, man bricht sich hier nichts beim Verlassen des Gebäudes. Ich lebe im Erdgeschoss, es ist ganz leicht. Mein Durst ist gross nach Abenteuern, aber hier wird niemand gezwungen, alle können langweilig sein und klein oder so tun, als wären sie einzigartig. Jeder kann wählen, was ihm beliebt.

Ich rekapituliere: Einer holt seine Bilder nicht, einer ist böse und schön, einer von ewigen Nebelschwaden umgeben und verloren, einer will mich zerfetzen und sieht mich nicht und einer, der soll von mir gesehen werden und will mich – hier und jetzt. Aber an diesen Tagen wütet ein wilder Wind, der mich in alle Richtungen mitreisst. Und ich will überallhin – da gibt es kein Wehren, kein Zaudern, kein Hadern. Es gibt nur ein kämpferisches Vorwärts, es gibt Lust und Liebesbisse und zuckende Tänze in den orangeroten Sonnenaufgang.

Schau nicht so. Lies nicht mit. Ich will nicht schlafen, nicht ruhen, nicht sanftmütig sein. Lass mich lodern und toben, dabei gesunden und den Schmerz verlorener Schlachten abwerfen. Diese Wände voller Worte niederreissen, denn die Zukunft soll nicht mehr geplant sein, sie soll kommen, wie sie will. Ich bin bereit, ich stehe hier – und schaue ihr, das erste Mal in meinem ganzen Leben, mit offenem Herzen und Demut entgegen.

Markus Schinwald

Markus Schinwald

Es gibt doch so viele davon

Posted in Allgemein on Dienstag, 17. Oktober 2017 by badana

Und da bist plötzlich du vor meiner Tür. Mitten in der Nacht, mit einem Kiesel im Schuh. Betrunken, schwankend, hart. Dein Blick streift mich nachlässig, deine Finger greifen flüchtig nach mir. Was willst du hier. Wie kannst du so durch die Welt gehen, dich zugrunde richten. Wieso hast du gerade meine Tür gewählt. Wieso nicht irgendeine andere. Es gibt doch so viele davon.

Nundenn: Geh das nächste Mal an meinem Haus vorbei. Meine Fenster sollen dunkel bleiben, kein Licht wird angehn, auch wenn du klingelst, klopfst und pfeifst. Keine Arme werden dich empfangen, wenn du über die Schwelle stolperst, in mein Leben rein, um Verwüstung anzurichten.

Lass mich fortan sein, lass mich alleine schlafen, Wasser trinken, Deutsche Lieder hören, du verstehst sie ja doch nicht. Schau mich nicht mehr an, wend dich ab, setz deinen Weg fort ins Ungewisse. Stell dir vor, es gibt mich nicht, nicht meine Hände, nicht meine Geschichten, hingeflüstert in die Dunkelheit, während dein müder Körper Gift ausschwitzt.

Doch heut Nacht, nur noch einmal – lass mich dich betten in meiner unendlichen Wärme. Auf dass du Kraft tankst für deine endlosen Kämpfe gegen dich selbst.

Luisa_Rivera

Luisa Rivera

I want to write dark poems for you. My paintings will mourn your loss during a silent Sunday night. All my clothes will turn black. It’s ok. You ride your bike and I look through the window to the men cleaning graffitis. I feel happy for one minute. It’s ok.

 

Let the Rain Beat upon Your Head with Silver Liquid Drops.

Posted in Allgemein on Montag, 2. Oktober 2017 by badana

Nein, ich werde mich nicht in dich verlieben. Mein Herz ist gerade hart und unnachgiebig. Meine Augen peitschen dich, mein Mund reisst dein Fleisch in Stücke. Du schaust durch mich hindurch auf die Wolkenkratzer deiner Phantastereien. Ich rede von mir und du von dir. Wir drücken uns gegenseitig in den Staub. Lassen uns büssen für die Vergangenheit des anderen.

Ich zähle die blauen Flecken an meinen Beinen und denke darüber nach, wie viele Tage vergehen werden, ehe du mir entfällst. Vielleicht sind es drei, die ich fülle mit Wissenschaft, schwarzem Kaffee und rotem Lippenstift. Nichts hält ewig, wenn man es nicht festhält.

Let the rain kiss you. Let the rain beat upon your head with silver liquid drops. Let the rain sing you a lullaby.

(Langston Hughes)

Egon Schiele, Nude Self-Portrait in Gray with Open Mouth, 1910.

Egon Schiele, Nude Self-Portrait in Gray with Open Mouth, 1910.