Archiv für Juni, 2014

Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon

Posted in Allgemein on Samstag, 7. Juni 2014 by badana

Hör auf, Kopf. Geh jetzt schlafen. Was bringt es dir, um diese gottlose Stunde zu grübeln, die Dinge hin- und herzuschieben. Das Denken hat ja sowieso nie einen Anfang und nie ein Ende. Eigentlich ziemlich undankbar, da die Mitte immer Fäden zieht, immer auf Abwege gerät.

Also, Kopf, da gibt es Erinnerungen, die du beherbergst, die musst du nicht immer hastig hervorziehen aus der untersten Schublade wie die Unterwäsche vor dem drohenden Arbeitstag, wenn du verloren bist. Lass sie da, wo sie sind und kümmer dich nur um den Schlaf, der dir Rast und Ruhe bringt. Du kannst morgen weiterdenken, weiterkämpfen, weiterzweifeln, weiterlieben. Es ist nicht so, dass du heute noch irgendwo ankommen müsstest.

Und, Kopf, da gibt es Vorstellungen, Bilder von einer Zukunft, in der du glücklich bist, in der ja alles so und so und so.. – verständlich. Doch jetzt gerade, schneidet dir die Sehnsucht feine Kerben in deine Haut. Lass also das Träumen sein, nicht für immer, doch in dieser warmen, verwirrten Nacht. Verbiete den Wölfen in dir, den Mond anzujaulen. Mach einen Punkt, kapituliere und schlaf alles weg, stell dich kurz tot.

Ja, du dummerdummer Kopf, natürlich werden wieder gute Zeiten kommen. Natürlich braucht es Zweifler und Denker und Streuner. Aber jetzt, in diesem Augenblick, musst du nur auf das Kissen sinken, mit dem Blick auf das zerfledderte ausgeschnittene Bild rechts von dir gerichtet, langsam die Augen schliessen und dich sachte in den wohlverdienten Schlaf schaukeln.

I don’t want to be that guy mumbling into his drink at a bar.
(Bill Murray)

Whateverest.

Whateverest.

Advertisements

Theorie der Emotion

Posted in Allgemein on Montag, 2. Juni 2014 by badana

Je älter man wird, desto sperriger und unkommunikativer wird man. Mein letztes Date endete damit, dass wir uns anschwiegen und auf den letzten Bus hechteten. Jeder für sich, versteht sich. Ich weiss nicht, ob man früher von solchen Zusammentreffen mehr erwartete, mehr als auf die eigenen Knie zu starren und die Bierdose in den Händen zu drehen und solange am Verschluss rumzumachen, bis man an den Fingerkuppen ganz viele feine kleine Schnitte vom Aluminium davontrug. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass einem in solchen Situationen ein grosses Repertoire an Handlungen zur Verfügung stand neben dem Dosenbier-Drehen: Kaugummi-Kauen und schweigen, eine Zigarette rauchen und mit Denker-Gesicht in die Ferne schauen, Zöpfli flechten (der Freundin), sich Beatles-Zitate auf die Chucks schreiben und darüber zu pseudophilosophieren, wie schräg doch die Welt sei.

Und was macht man jetzt? Denn fest steht: Es fühlt sich nicht mehr so gut an, dieses Ausharren, so jeder für sich, in sich drin.  Es ist nicht mehr so cool, sondern: Es könnte viel eher von einem Mangel an sozialer Intelligenz zeugen oder ein Hinweis auf Knacks und Ticks und Verletzungen sein, die nie geheilt sind („Man ist halt in diesem Alter ein bisschen kaputt.“), auf Unzulänglichkeiten, Reserviertheit, im schlimmsten Fall Frigidität – jesses.

Ja, da sitzt man also – zwei Fremde nebeneinander auf hartem Grund – und harrt aus und wartet worauf? Ein Wunder? Einen Meteoriten, der einem vor den Füssen aufschlägt (dann hätte man wenigstens ein Gesprächsthema)? Einen Mutanten, der aus dem nächsten Gully herauskriecht und einem an den Kragen will? Die „Zwei-Faktoren-Theorie der Emotion“ nämlich besagt, dass Gefühle als eine Funktion von physiologischer Erregung und einer kontextabhängig zu dieser Erregung passenden Kognition verstanden werden können. Erst bemerken wir körperliche Symptome wie Schwitzen, Zittern, Pulsbeschleunigung oder Ähnliches, dann versuchen wir die Ursache dafür ausfindig zu machen. So kann zum Beispiel exakt dieselbe körperliche Aufregung je nach Situation als Verliebtheit oder als Prüfungsstress empfunden werden.

Im Klartext hiesse das: Wenn mich mal einer zum Schwitzen bringen würde, dann wären wir schon ein ganzes Stück weiter als jetzt. Also, meine guten Freunde, rein ins Mutantenkostüm und seid auf Abruf, denn mein nächstes Gaggi-Date folgt bald!

Nein, komm zu mir, nicht ins Cinema!

Nein, komm zu mir, nicht ins Cinema!