Archiv für März, 2014

On the Way

Posted in Allgemein on Samstag, 29. März 2014 by badana

Bald in einem Reich, das ganz mein ist. Bald auch allein.
Jede Veränderung wirft Schatten, öffnet jedoch auch Fenster, einen Ausblick, in eine etwas weitere Welt.
Mein Kopf versucht, die Dinge zu bündeln, abzulegen im verstaubten Archiv der letzten Jahrzehnte.
Mein Herz schlachtet ein kleines Lämmlein für den Altar des Selbstmitleids.

You are getting old – sagt mir Dr. Fritz. You are beautiful and you have a good heart, but you are getting old.

Nun denn, dann hoff ich doch auf Weisheit, auf langes Haar, auf Güte, auf alles. Ich hoff, dass mein Lebenshunger die schmerzenden Gelenke stets überschreien wird. Ich hoff, dass ich irgendwann mal ankomme – und auch nie ankomme, nie aufhöre zu streben, zu trachten. Wonach? – Einerlei.

Es war schön, das Studentenleben so lange herauszuzögern, unter der Woche flaschenweise Wein zu trinken, zu reden, über alles oder nichts, Zigaretten zu ketten und das Schlafengehen immer wieder herauszuzögern, immer wieder um ein halbes Stündchen. Es war schön, so oft jemandem an diesem Holztisch gegenüberzusitzen und in ein offenes Gesicht zu blicken.

Ach, ich mag die Traurigkeit nicht. Sie macht mich durchlässig und müde. Ich mag die Wut.
Kommkomm, meine Wut. Komm zu mir zurück. Lass uns wüten und täubeln und trotzen – in Richtung Zukunft durch die Nacht.

„Würdest Du mir bitte sagen, welchen Weg ich einschlagen muß?“
„Das hängt in beträchtlichem Maße davon ab, wohin du gehen willst“, antwortete die Katze.
„Oh, das ist mir ziemlich gleichgültig“, sagte Alice.
„Dann ist es auch einerlei, welchen Weg du einschlägst“, meinte die Katze.
„Hauptsache, ich komme irgendwohin“, ergänzte sich Alice.
„Das wirst du sicher, wenn du lange genug gehst“, sagte die Katze.

(Alice im Wunderland)

 

Ian Francis: Girls on the Stairway

Ian Francis: Girls on the Stairway

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Smalltalk mit dir

Posted in Allgemein on Montag, 24. März 2014 by badana

He, lang ist’s her, seit sich unsre Wege getrennt haben..

Wie es mir geht, fragst du? Mhmm, jaja, ich struggle, stürze, rapple mich auf – immer wieder, immer wieder von Neuem. Du kennst mich ja, ich komm zurecht. Seit letzter Woche hat mich eine matte Müdigkeit erfasst, welche mich in allem hemmt. Nun denn, das sind wohl die mittleren Jahre, die mich dämpfen, mich entschleunigen und zum Stillstand zwingen. Ich hab ja schon Vieles erlebt, ein Tag vermag mich nur selten zu überraschen. Die Langeweile hält hartnäckig Einzug, sogar in die hinterletzten Rattenlöcher, in die es mich teilweise zu früher Morgenstund verschlägt. Und schlussendlich wird das Gegenüber doch nur zu einer Fratze, ob mit Bartstoppeln oder ohne.

Und du so? Aha, alles wie gehabt? Jaja, so ist es halt nun einmal, wenn man mit dem Alltag verschätzelt ist. Eine solide Beziehung mit den Tagen, keine Hochs und Tiefs, keine Unbequemlichkeiten, ein überschaubarer leerer Raum, den man mit ganz viel Watte füllen kann.. Und fliehst du nach wie vor am Wochenende aus der Stadt, um niemandem zu begegnen? Hast wohl bisschen Schiss, mir über den Weg zu laufen? My Dear, das kann ich tatsächlich nachvollziehen.. Und wie geht es dir denn in deiner neu gewonnenen Haha-Fröhlichkeit, in der unendlich sinnlosen Leichtigkeit, die dich nun begleiten kann wie ein treuer Sputnik? Stürzt du dich vielleicht in kleine Abenteuer, um böse Gedanken zu vertreiben? Verschläfst du die Sorgen und betäubst dich mit fiktionalen Geschichten, welche dir der Bildschirm entgegenschleudert? Frisst du dich satt an unreflektierter Mittelmässigkeit und frönst deinen verjährten Cowboygeschichten?

Da ist, mein einstweiliger Gefährte, da ist noch ein ganzer Haufen roher, unbarmherziger Wut in mir drin – so dass ich die Erinnerung an uns zerfetze wie ein wildes Tier (überall blutige kleine Fleischstückchen). Und versteh mich nicht falsch, ich bin nicht zornig, dass du aufgehört hast, mein zu sein, nein, Bebe, das kann jedem passieren. Denn die Liebe ist wankelmütig und unerklärbar. Aber ich bin wütend, weil du ein feiger, egoistischer Motherfucker bist. Nein, ich möcht jetzt mal zur Abwechslung kein verdammter Gutmensch sein (piss auf Karma!), sondern einfach nur scheisssauer. Scheisssauer, da du mir wertvolle Zeit gestohlen hast und ich nun zu Haus bleiben und mich von dir regenerieren muss und nicht irgendsoeinen neuen Deppen kennenlernen kann, der mir ein Kind macht und mir einen Ofen baut oder eine Scheiss-fancy-Küche mit Special Effects.

YOU CAN STOP THE TRUTH FROM LEAKING

YOU CAN STOP THE TRUTH FROM LEAKING
(Dresden Dolls)