Archiv für September, 2012

I Wanna Be A Unicorn

Posted in Allgemein on Mittwoch, 26. September 2012 by badana

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Show Me Heaven!

Posted in Allgemein on Dienstag, 25. September 2012 by badana

Es fällt mir gerade sehr schwer, vernünftig zu sein. Gerne würde ich die Tage verschlafen, meine Wohnung verwahrlosen lassen, so tun, als wär immer Sonntag. Ich möcht den Wecker unter einem Berg von Kissen vergraben und den ganzen Tag Cornflakes essen, im Bett.

Aber nein, auf jeder Seite meiner Tagträumereien eine Grenze, eine massive, hohe Wand aus glitschigen Steinen – möchte auf die ganze Gesellschaft schimpfen, merke aber schon bald: Holy, der härteste Wärter meines Kerkers bin ich.

In meinem Kopf bin ich verwegen, wagemutig und stark. In meinem Kopf bin ich hingebungsvoll und unabhängig. In meinem Kopf kann ich andauernd von mir selbst reden und fühle mich dabei nicht lächerlich. In meinem Kopf bin ich nie erschöpft, nur dösig und faul. In meinem Kopf bin ich nicht niedergeschlagen, sondern wutentbrannt.

So hangle ich mich dieser Tage durch die Arbeit, durch die stillen Abende, giesse reuevoll die halbverdorrten Pflanzen und überlege mir, wie Freiheit wohl schmecken würde – wie Zuckerwatte, wie Salz und Sonnencrème oder doch eher wie scharfer Senf?

Niemand weiss, niemand weiss, aber die Brüste dem Himmel zu zeigen und dabei alte Volkslieder zu singen, wär sicher kein schlechter erster Schritt – egal auf welchem Weg wohin.

Marina Abramović (*1946)

Marina Abramović (*1946)

Doch noch gelassen

Posted in Allgemein on Dienstag, 11. September 2012 by badana

Willkommen zurück, Herr Dr. Fritz. Es ist eine Weile her, seit Sie mich das letzte Mal aufgesucht haben. Wodurch wird mir die Ehre Ihres Besuchs zuteil? Ist es meine Leichtigkeit, welche sie lockte? Befürchten Sie, ich könnte der Ausgelassenheit gar zu sehr frönen, oder der Sinneslust? Ja, ich bewege mich zwar in schattenreichen Zwischenwelten, doch noch gelassen, noch verspielt und traumwandlerisch. So lassen Sie ab von mir, die Zeit ist noch nicht reif für Debatten und Zwiegespräche. Und bisweilen braucht es keine Worte mehr, nur einen lauen Montagabend voller Lachen, einen „he-ich-bin-noch-da“-Blick oder einen fantastischen Kuss. Das Leben bleibt spannend – das können selbst Sie nicht leugnen. Nun setzen Sie Ihren Hut wieder auf, machen Sie auf dem Absatz kehrt und gehen Sie durch diese Tür da. Hier gibt es nichts für Sie zu holen, nicht jetzt.

Nicola Samori, 2010.

Nicola Samori, 2010.

„Die Gemälde von Nicola Samorì sind voll[er] sinnlicher Kraft. Wie ein alter Meister des Barock baut der 35-jährige Künstler sie auf, bevor er sie durch [Eingriffe] mit dem Pinsel, dem Spachtel oder dem Skalpell teilweise wieder zerstört.“ (Quelle: Internetseite der Kunsthalle Tübingen)

Trugbilder und Hirngespinste

Posted in Allgemein on Dienstag, 4. September 2012 by badana

Ich habe geträumt, du wärst kein Lügner mehr, kein Halunke, kein Haudegen.

Sondern? – fragst du zaghaft lächelnd.

Du magst kuriose Worte und ich bin nahe dran, dir Vieles zu verzeihen. Woher kommst du denn bloss, du seltsames Urgetier?

„Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.“ erwiderst du und wirkst plötzlich traurig.

Ich würde dich gerne umarmen: Ich weiss, du magst Brecht und ich weiss, du magst einige Dinge auf dieser Welt und trotzdem weiss ich, dass du nie ankommst, nie ruhig wirst. Weshalb kannst du nicht für ein Mal diese Unrast abschütteln, etwas verweilen nur, mit mir in die Nacht blinzeln und bedeutsam schweigen? Mir gehen Gogol’s Worte durch den Kopf, später, wenn ich totmüde ins Bett falle – siehst du, ich bin nie einsam.

„Jetzt liegt alles klar vor mir. Alles überblicke ich jetzt, wie wenn es auf meiner flachen Hand liegt. Früher aber sah ich alles wie im Nebel; ich kann nicht begreifen, wieso. Es kommt wohl daher, dass die Leute meinen, das menschliche Gehirn befände sich im Kopf; keineswegs: in Wahrheit trägt es der Wind vom Kaspischen Meer her.“
(Nikolaj Gogol: Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen. 1834)

Ernst Ludwig Kirchner

Ernst Ludwig Kirchner