Archiv für August, 2011

Auf dem Grund unseres Wesens schlummern die selben Monster

Posted in Allgemein on Dienstag, 23. August 2011 by badana

.. nur sind meine laut und deine leise.


(Manuel Rebollo)

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Dumme Augustine

Posted in Allgemein on Mittwoch, 17. August 2011 by badana

Manchmal, da kommt mir mein Gesicht abhanden. Ich stehe da und merk es nicht einmal. Erst wenn ich reden muss, da finden die Worte, die in meinem Kopf sind, keinen Ausgang. Und alles, allesalles um mich herum, bleibt draussen und ich bei mir. Manchmal mag ich dieses Locked-in-Syndrom, denn in mir hat es so viele Stimmen, dass es immer laut und launisch bleibt. Ich und ich lästern. Ich und ich sehnen uns. Ich und ich sind unzufrieden mit mir. Und über allem thront Dr. Fritz – der Herrscher über mein Schattenreich – und wetzt seine Messer.

Vorher habe ich „Balada triste de trompeta“ gesehen und das war ganz schlimm, da ich mich ganz schrecklich vor Clowns grausle – vor allem vor den traurigen.

M: Ganz grossartig, wie dieser historische Stoff umgesetzt wurde.
I: Aso, die Chick hat genervt, mir als Frau fehlt da einfach ne Identifikationsfläche.
R: Ich musste immer meinen Busen anfassen, ihr nicht auch.
M: Nein, ich hab keinen.
I: Nein, ich hab kleine.
R: Aber irgendwas mit ihrem Gesicht war nicht ganz koscher.
M: Was, die war doch echt ein Schuss.
I: Wie sie sich auf diesen Totenköpfen lasziv geräkelt hat.
M: Halt wie das Volk, das will auch immer unterhalten werden, will immer in die Ferien, will dies und das.

Ich brauch auch Ferien, ich will auch dies und das. Ich will mich auch auf Totenköpfen lasziv räkeln. Wieso will ich denn immer alles und wieso muss ich immer reden, obwohl ich nichts um mich herum verstehe?

Das ist so mit den gesichtslosen Tagen. Da checkt man einfach gar nichts.

Wellen

Posted in Allgemein on Donnerstag, 11. August 2011 by badana

„Wellen“ von Eduard von Keyserling

Eines der wiederkehrenden Themen dieses scheinbar sehr hässlichen, buckligen und vor dem Tod erblindeten Autors waren Angehörige der gehobenen Reihen, die während der Endzeitstimmung des Fin de Siècle aufgrund amouröser Gelüste aus ihrer gesellschaftlichen Mitte ausgeschlossen werden und in der anschliessenden Isolation zu Grunde gehen. Das Buch „Wellen“ ist sehr dicht, seine Protagonisten unstet wie das Meer, das immer da ist, immer weit ist, doch nichts freigibt. Der Humor ist subtil, die Naturbeschreibungen gleichen Bildern in weiten Museumshallen. Sprachlich ist von Keyserling ein Meister, er umschifft den Kitsch und rührt doch etwas tief im Leser, etwas Sanftes.