Archiv für September, 2010

Artsy Fartsy

Posted in Allgemein on Montag, 27. September 2010 by badana

Huiiii, hab Geld rausgeschmissen wie ne Wilde. Und zwar für Kunst. Hätte mir rückblickend lieber einen kanariengelben Pulli aus schlechter Qualität kaufen sollen. Oder gar selber stricken. Zumindest könnt ich jetzt jedem, der mich fragt, sagen: Das ist das Produkt meines Wochenendes, das kann ich vorweisen, das kann ich anfassen und du auch. Hier – fass mal an:

Nun versuch ich natürlich allen Fragen über mein Wochenende auszuweichen – murmle, grummle, muss plötzlich dringend pinkeln oder zücke mein Händi, weil mir plötzlich eingefallen ist, dass meine Mutter/Schwester/Cousine einen runden Geburtstag hat. Und wenn sich jemand nicht abschütteln lässt, mir auf die Pelle rückt, mich in die Enge drängt, dann brech ich in Tränen aus und sage: Minimetal und Mathew Barney. Beides klingt doch schon mal ganz gut, würden die Unwissenden unter euch sagen. Die, die das Wochenende gemütlich vor der Glotze verbracht haben, poppend und Popcorn futternd. Klingt doch schon mal ganz gut, würden die Singles unter euch sagen, die ohne Freunde und die Hässlichen. Nunja, ich sag nur: artsy fartsy, denn dieser Begriff drückt genau die manierierte heisse Luft aus, die ich am Wochenende einatmen durfte, die nun manchmal meine Lunge und meinen Kopf erschwert, mich seufzen und rumlungern lässt, etwas desorientierter, etwas hoffnungsloser als ich es letzte Woche war.

Minimetal: Super Biker Girl – das war der schwache Versuch, Punk und Oper miteinander zu vereinen (hauptsächlich tat es das auf dem FB-Beschrieb), ansonsten wars eine mehr schlechte als rechte Performance von zwei fracktragenden selbstverliebten Typen, wobei die Handlung der „Punkoper“ komplett für mich verschlossen blieb. Weil ich so clever bin, hab ich ja extra vorher das Plakat angekuckt und dachte: Aha, es geht um so ne heisse Chick auf nem grossen Töff. Aber die kam nicht – hatte wohl besseres zu tun an einem Freitagabend.

Und dann Barney. Barney, von dem ich so gerne berührt werden würde und das nicht, weil er nicht schlecht aussieht und so n Body hat und der Freund von Björk ist. Nein, ich würd gern erschüttert werden von seiner Kunst und nicht ratlos in architektonisch prächtigen Räumen wandeln und gähnen, so fest gähnen, dass meine Augen tränen und ich so Hunger krieg auf Burger, dass mein Magen knurrt wie ein gefährlicher Wachhund.

Dann, wenige Stunden und einen Burger später, trink ich Bier, lümmle auf dem Sofa eines heissen Typen rum und kuck einen Horrorfilm: Frozen.

Und schon ist meine Welt wieder etwas im Gleichgewicht.

„I can’t believe, life’s so complex, when I just wanna sit here and watch you undress..“ (PJ Harvey)

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