Beobachtungen ohne Reim

Wenn T-Shirts Augen hätten, würden Sie vielleicht mehr auf ihr Äusseres achten.

Wenn T-Shirts Augen hätten, würden Sie vielleicht besser auf ihr Äusseres achten.

Ich war noch nie ein glänzender Beobachter. Erst beim Auszug aus unserer Wohnung, als wir die Töpfe schleppen mussten, fiel mir auf, dass wir Pflanzen hatten, im Wohnzimmer: Eine Kajak-Palme, ein Tutschman-Farn und eine dieser Bergamotte-Schlingpflanzen aus dem Sudan. Ein Jahr lang hatte ich sie übersehen – bis heute weiss ich nicht, wie sie richtig heissen.

Dennoch habe ich neulich etwas beobachtet. Mein Bus hielt an der Ecke Militärstrasse / Langstrasse. Auf dem Trottoir stand eine Frau mittleren Alters, mit einem grasgrünen, leicht brennenden T-Shirt mit der Aufschrift «Sacred date».

Das ist noch nicht alles. Da war, am gleichen Ort, zur gleichen Zeit, ein Mann, ein ziemlich dicker. Er stieg in den Bus. Auch er trug ein T-Shirt. An der Farbe gab’s nichts auszusetzen, es war schwarz. Irritierend war jedoch auch bei ihm die Beschriftung. Gross stand da: «Pusher». Und darunter, über den Bauch gespannt: «Wie viele Probleme hast du?»

Seither verfolgen mich Fragen: Warum ist mir das aufgefallen? Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Frau und dem Mann? Verweisen T-Shirt-Sprüche auf eine tiefere Wahrheit? Muss man sich auf alles einen Reim machen? Ach, ich tauge nicht zu Beobachtungen.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: