Archiv für April, 2009

Richtung Zukunft durch die Nacht

Posted in Allgemein on Dienstag, 28. April 2009 by badana

Wie weiss man, ob man sich nicht verirrt hat, in diesen doch schon einigen Jahren, die sich auf dem bald immer krummeren Rücken säumen. Als der Regisseur Jörg Kalt auf die Frage nach seinem grössten Wunsch der Kamerafrau antwortet, sagt sie bestimmt: „Das kann nicht dein grösster Wunsch sein, das ist viel zu realistisch. Der grösste Wunsch eines Menschen kann niemals realistisch sein.“ Jörg Kalt setzt nochmals an, Stille erfüllt mich, ein Bangen, denn ich sehe in seinem Gesicht, ich sehe die plötzliche Verlorenheit, die diese Frage in ihm auslöst. Vielleicht begreift er in diesem Augenblick, dass ihm der grösste Wunsch irgendwann abhanden gekommen ist. Das Glück bleibt in seinem Kopf ein undefinierbares Gefühl, das sich immer erst im Nachhinein seinen Namen verdient. Er hat sich einige Jahre später für den Freitod entschieden. Weshalb fragte ich Biene störrisch. Dieses Weshalb hallt durch das Xenix, über den Helvetiaplatz bis hin zu all den verlorenen Plätzen in der Nähe und Ferne (den vergessenen Orten des vergessen Gefühls). Es bleibt unbeantwortet wie so viele Fragen.

Jörg Kalts Film „Richtung Zukunft durch die Nacht“ (2001/2002) erweist sich als Geniestreich, komplex und doch fliessend, traurig und doch leicht, schön und kindlich und so unglaublich trostlos trotz einem wachen Staunen. Ich verlasse den Saal verwirrt, beflügelt und zerstört – es beginnt zu tröpfeln und meine Schritte klackern auf den leeren Strassen.

Später sage ich zu Biene: Das fühlt sich alles so falsch an, denkst du nicht, dass das alles so falsch ist? Sie verlangt Erklärung und ich verheddere mich in sperrigen Wörtern, spucke Holzwolle und zerkratze mir die Haut.

Ich sehe zu schwarz, sagt ihr? Do not paint it black, sagt ihr und ich sage: Der Mensch ist feige und kann sich nicht eingestehen, wenn er versagt. Er schreibt, liest, sieht und spricht sich sein Leben schön, denn alles zu ändern, wäre so anstrengend, so schwierig, ein so sinnloses Unterfangen, dass man doch lieber alles beim Alten lässt. Da sind ja immerhin noch die anderen, die auch immer welker und müder werden, wir altern und gehen alle (gem)einsam unter.

Heute fresse ich die Liebe und sage: Es gibt sie nicht.

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Ich sage es vielleicht etwas zu laut und denke an den traurigen toten Jörg Kalt, der jetzt unter der Erde liegt und ich denke an seinen Film und die Vergänglichkeit, an ihn und sie, ans Verpassen von Strassenbahnen, Abzweigungen und ganzen Städten.

Das fühlt sich alles so falsch an, lieber Jörg. Aber fühlt es sich richtiger an, tot zu sein?

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Leben ist Gifffft

Posted in Allgemein on Montag, 27. April 2009 by badana

Es gibt Menschen, die tun nichts, wenn ihnen langweilig ist. Es gibt diejenigen, die an ihren Nägeln kauen oder die Tage verschlafen oder ihre Pflanzen umbuddeln. Ich hingegen kenne nur die, die Schnaps trinken, wenn die Stunden sich dehnen, die sich in ihren Dunkelkammern einschliessen und mit ihrem bösen Zwilling Versteckis spielen. Mir ist auch furchtbar langweilig zurzeit. Es ist wichtig, dass ich mir das merke, denn meistens vergesse ich es und plötzlich befinde ich mich wieder mitten in einer zermürbenden Bettnörglerei, einem fortwährenden Lamentieren und sinnlosen Zetern ob der Grausamkeit und Kälte der Welt. Einzig schlimm daran ist, dass ich die Hoffnung ganz aufgebe, jedes Mal und von neuem sowie ganz und gar aufgebe – dass ich jedes Mal drauf und dran bin, mir den Kopf im nächstbesten Sandkasten einzugraben und mir sehnlich wünsche, zwischen lärmenden Kindern unbemerkt zu ersticken.

Dann schlaf ich aus, ess was Gesundes und schau in die Sonne und ertappe mich plötzlich beim ausgelassenen Lachen und mich selbstverliebt im Spiegel betrachten und Luftschlösser bauen und die Weltherrschaft planen und dann denk ich mir:

Bläh – der Mensch ist ein hässliches Tier.

Wo ist das tiefe Herz nur geblieben, von dem es mir immer träumte?

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Jagd nach der goldenen Nazi-Ente hat begonnen

Posted in Allgemein on Montag, 20. April 2009 by drunkenjudge
Schatzkarte 2.0: Im Toplitzsee wurde die Nazi-Ente versenkt

Schatzkarte 2.0: Im kleinen Toplitzsee bei Gössl ist die fette Nazi-Ente untergetaucht.

Im österreichischen Toplitzsee wird ein immenser Goldschatz vermutet, den ein hochrangiger SS-Offizier versenkt haben soll.

Unzählige Schatzsucher sind beim Versuch, den Schatz zu heben, bereits gescheitert oder gestorben. Jetzt versucht es der 77-jährige Amerikaner Norman Irish, der dank seinem hohen Alter nicht mehr viel zu verlieren hat. Unterstützt wird er von einer 21-köpfigen Crew und einem wasserdichten U-Boot. Mit dem Schatz will Irish den US-Hypothekenmarkt retten.

SS liess riesige Ente aus purem Gold verstecken
Der Goldschatz soll vom letzten Chef des Reichssicherheitshauptamts, SS-Obergruppenführer und Polizeigeneral Ernst Kaltenbrunner (1903-1946), im Toplitzsee versenkt worden sein. Gemäss Aussagen einer 81-jährigen Fischerin – der einzigen noch lebenden Person, die 1945 beim Versenken des Goldschatzes geholfen hat – handelt es sich beim sagenhaften Schatz um eine gigantische, vier Tonnen schwere Stockente aus purem Gold sowie fünfzig Fass besten deutschen Weizenbiers aus der Zeit vor Einführung des Reinheitsgebots.

Kaltenbrunner soll angeblich eine grosse Zuneigung zu Bier und Enten, insbesondere zur Stockente (Anas platyrhynchos), empfunden haben. Seine Männer, so schätzen Experten, dürften die letzten zwei, drei Jahre des Zweiten Weltkriegs allein damit zugebracht haben, die Gussform (Kokille) für die gigantische Goldente herzustellen.

Torpedos auf Enten: Mit diesem U-Boot will sich Norman Irish den Weg zum Schatz freischiessen.

Torpedos auf Enten: Mit diesem U-Boot will sich Norman Irish den Weg zum Schatz freischiessen.

Jagdsaison ist eröffnet
Schatzsucher Irish ist überzeugt, dass die Jagd nach der goldenen Ente ein Erfolg wird. «Unsere Nachforschungen weisen definitiv daraufhin, dass der See zu einer Art Tresor wurde», sagt er. «Wir werden auch die Höhlen erkunden, die Wehrmachtstaucher damals in der Uferwand geschaffen und später mit einer abgesprengten Felswand verschlossen haben.»

Die Schatzsuche ist ein Wettrennen gegen die Zeit: Irish und seine Crew dürften nämlich schon bald nicht mehr die einzigen sein, die im Toplitzsee nach der Goldente tauchen. In Zeiten der Krise können auch andere ein bisschen Gold gut gebrauchen. Kill!Kill! bleibt dran.

Noch streiten sich Experten, ob die goldene Stockente, die früher auch Märzente genannt wurde, dem Männchen oder dem Weibchen nachgebildet ist. Dem Schatzsucher ist das hingegen schnuppe.

Noch streiten sich Experten, ob die goldene Stockente (Anas platyrhynchos) dem Männchen oder dem Weibchen nachgebildet ist. Im Bild: Ein Männchen (Erpel).

Stiften gehn mit Swarovski

Posted in Allgemein on Donnerstag, 16. April 2009 by drunkenjudge

Heureka! Ich habe meinen Stift wiedergefunden! Das missing link zwischen meinem Hirn und dem Papier, das sich die letzten Wochen melancholisch wellte und manchmal leise knitterte.

Jetzt, endlich!, liegt es wieder glatt, gespannt vor mir, belastet allein von meinen müden Fingern, die den Stift halten, den ich auf ewig verloren glaubte.

Oh du mein Stift, der du mich lügen lässt wie gedruckt (naja, sagen wir: wie mit fahriger Hand geschrieben), wie hab‘ ich dich vermisst!

Oh Stift, der du mein Mund bist in Zeiten der Schriftlichkeit, wie stumm war ich doch ohne dich!

Oh Stift, du schlanker, der du mutig der Vergänglichkeit trotztest, flüchtige Gedanken in eherne Sentenzen giessest – wo warst du bloss? Weisst du denn nicht, dass ich nicht bin, nicht sein kann ohne dich?

Oh Stift, verlass‘ mich nimmermehr!

Der Letztgeborene der mythischem Serie von Caran d'Ache ist ein sechseckiger, versilberter und rhodinierter Kugelschreiber, 13 cm lang, verziert durch feine Arabesken und 35 Swarovski-Kristalle. Der Clip im Retro-Stil und das Druckknopfsystem bleiben der Produktlinie Ecridor treu.

Der Letztgeborene der mythischen Serie von Caran d'Ache ist ein sechseckiger, versilberter und rhodinierter Kugelschreiber, 13 cm lang, verziert durch feine Arabesken und 35 Swarovski-Kristalle. Ecridor Eclat besitzt das Label "CRYSTALLIZED WITH SWAROVSKI" , ein Gütesiegel, das die Verwendung von echten Swarovski-Kristallen garantiert. Der Clip im Retro-Stil und das Druckknopfsystem bleiben der Produktlinie Ecridor treu.

Schrei, Frühling, schrei!

Posted in Allgemein on Dienstag, 7. April 2009 by froileincharlotta

uääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääää!
(Ein kleiner Frühlingsschrei für alle, die gerade im Büro sitzen und sich nicht trauen es selbst zu tun.)

... die Seele aus dem Leib.

... die Seele aus dem Leib.