Archiv für Oktober, 2008

romanes eunt domus.

Posted in Allgemein on Freitag, 31. Oktober 2008 by kobrra

jaja, jetzt ist’s so weit: endlich den blöden lateinfötzel in der hand. (puh, der wiegt glatt ’ne tonne. hätte nie gedacht, dass die die bescheinigung in marmor meisseln – schliesslich hatten die ollen römer auch lehmtafeln.) nie in meinem ganzen leben hat etwas dermassen angekotzt, wie das latinum, und immerhin habe ich militärdienst geleistet. und ich musste mal von 10 stutz eine woche lang essen. und so weiter. und so fort.

genau, fort. ich werde mich nicht ereifern und den unsinn und unsinn des latinums ergründen. ich gebe ja gerne zu, dass ich an sich ein schöngeist bin, vielleicht sogar im ursprünglichen sinne, aber latein ist tot. liegt auf dem müllhaufen der geschichte. ist verwelkt und vermodert. sollte in seinem kalten, feuchten grab liegen und nie mehr hervorgeholt werden. lateinunterricht ist die einzige legale form von grabschändung. und jetzt halte ich die klappe.

wie die prüfung war? so.

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Tricky und sein Unterbauch

Posted in Allgemein on Mittwoch, 29. Oktober 2008 by badana

Die Bühne in blaues Licht getaucht, darauf schüttelt dieses Wesen wie besessen seinen Kopf, zuckt, dehnt und windet seinen sehnigen und schlanken Körper so, dass man jeden Muskel erkennt. Es muss aus den sumpfigen Untiefen eines Teiches gekommen sein, dieses Amphibium. Nach einem verbissenen Kampf mit Monsteralgen und schlammigen Ungeheuern ist er ans Ufer gekrochen. Nun steht es da, präsentiert seine Hilfigger-Unterhose als wäre sie ein Orden und.. – ich fühle mich belästigt (sei nicht so prüde, schimpf ich mit mir, du Blaustrumpf). Aber seine körperliche Überpräsenz drückt mir aufs Hirn, möchte nur zuhören, aber seine gemächtorientierten Bewegungen lenken mich ab (noch nie hab ich jemanden so pervers das Mikrofonkabel um sich schlingen gesehen). Die Sängerin, die neben ihm steht, ein entrücktes feengleiches Wesen, wird von Tricky harsch herumkommandiert. Immer wieder sein Arm, der ihr den Einsatz befiehlt. Möchte ihn treten – in das Zentrum seines Unterleibes, den er vor sich herschiebt wie einen übervollen Einkaufswagen.

Ich räuspere mich (hört ja kein Schwein, an einem Konzert), schaue mich um, ob die anderen das auch eklig finden. Meine Begleiterin hat glänzige Äuglein (vielleicht musste sie weinen, weil sie Angst hat vor Trickys Penis). Vorsichtig lege ich meinen Arm um sie und will sie trösten, aber sie schaut mich an und seufzt verliebt. Verliebt?!  

So rotieren meine Gedanken, während die Lieder kommen und gehen. Schliesslich, als es hell wird und die Bühne leer ist, fühle ich mich befreit.. Meine Begleiterin kauft sich ein T-Shirt, da ist zwar nur sein Kopf drauf, aber ich beäuge ihn trotzdem skeptisch und winke dann ab:

Das nächste Mal bleibt Blaustrumpf zu Hause.

10 Komplimente, die ich oft zu hören bekomme

Posted in Allgemein on Dienstag, 28. Oktober 2008 by drunkenjudge
  1. Für mich bist du die Krone der Evolution, drunkenjudge.
  2. Deine Zahnstellung ist einfach fabelhaft, drunkenjudge!
  3. Drunkenjudge, dein Haar ist so weich!
  4. Wenn ich einen so guten Geschmack hätte wie du, dann würde ich mich nicht mit mir abgeben, drunkenjudge.
  5. Wie machst du es bloss, dass du immer so gut aussiehst?
  6. Deine Intelligenz lässt mich dahinschmelzen.
  7. Welch Brusthaar!
  8. Sind das die Eier, Mann?
  9. Drunkenjudge, für mich bist du grösser als Jesus.
  10. Du wirkst gar nicht so betrunken.

Ich kann das langsam nicht mehr hören! Lasst euch bitte endlich mal was anderes einfallen, bitte.

Ab in die Tierhandlung!

Posted in Allgemein on Donnerstag, 23. Oktober 2008 by drunkenjudge

Hat auch schon besser ausgesehen: Tweety

Tierhandlungen habe ich schon immer toll gefunden. Vor allem die herzigen kleinen Rennmäuse im Schaufenster. Die wollt ich immer haben. Hab aber nie welche gekriegt. Heute weiss ich, dass die weniger lange leben als Turnschuhe.

Wie dem auch sei, dank dem Tagesanzeiger habe ich eine neue Tierhandlung entdeckt, nämlich den Village Pet Shop.

Ein virtueller Besuch lohnt sich auf jeden Fall, nur schon wegen dem Fischstäbchen-Aquarium (Ich sag nur: «ficke mit tir»), auch wenn der Laden in der Wirklichkeit schon wieder geschlossen hat.

Und weil alle Blogger ja irrsinnige Kumpel sind, hier auch noch der Link zu den Bildern (und einem kleinen Text, wo auch gesagt wird, dass diese Tiere von einem Typen namens Banksy sind) auf rebel:art.

Tagträume

Posted in Allgemein on Dienstag, 21. Oktober 2008 by badana

Ich würd mich gern schächten, an den nächsten Baum hängen und mich langsam ausbluten lassen.. Meine Augen ausstechen und mit ihnen Murmelschiessen spielen oder ich tunk sie in Zuckerwasser und verkauf sie als „petites pommes d’amour“ (denn sie ist doch immer klein, die Liebe).. Meine Haare möchte ich alle einzeln ausrupfen und zu einem Gebetsteppich knüpfen.. Meine Nieren verpfänden, meine Leber einem Obdachlosen schenken.. Mit meiner Haut ein Schlagzeug neu bespannen.. Mein Hirn einem wilden Tier zum Fressen geben.

Ich spaziere durch bunte Bäume und träume von der Schwerelosigkeit.

Meine Beine lasse ich hinter mir, meine Arme bleiben am Wegrand liegen.

So muss sich Glück anfühlen. Körperlos.

jetzt.

Posted in Allgemein on Sonntag, 19. Oktober 2008 by kobrra

immer, wenn man gerade denkt, dass alles nur kacke ist, präsentiert sich ein silberstreif. manchmal ist er hauchdünn, manchmal sieht man den wald vor lauter bäumen nicht, manchmal nützt auch eine faust in die fresse nix, und doch ist er beinahe jedes mal da. zu meiner eigenen verwunderung war ich heute ‚mal nicht zu blöd um zu sehen und zu bemerken und aufzusaugen und zu lachen.

fuck, echt, ich verschwende meine zeit: zu alt, um ein emo zu sein, zu jung für khakis, zu stolz für khakis, ich scheisse auf die finanzkrise und die finanzkreise.

ich will geistige nahrung. ich will das leben durch die finger gleiten sehen. ich will radikalität.

was mich dazu bringt, so etwas zu schreiben? gleich vier dinge:

i. ( big business : here come the waterworks : start your digging )
uiuiui.

ii. ( big business : here come the waterworks : grounds for divorce )
uiuiuiuiui.

iii. werner holzwarth
ich will diese sterbebettwäsche! wie schön, dass es menschen gibt, die kreativität als das begreifen, was sie ist: (beinahe) genzenlos und (beinahe) ohne tabus, und damit eine wiege der liebe.

iv. (fatih akin : crossing the bridge. the sound of istanbul. )
ich will mir in istanbul die nächte um die ohren, und schnaps in die rübe hauen. ich will jenes zauberhafte gefühl, in dem sich endlose trauer vermischt mit absoluter glückseligkeit – und wie es nur durch diese musik transportiert werden kann. diejenigen unter euch, die mit wurzeln aus dem balkan oder dem nahen osten gesegnet sind, und diejenigen, die vom süssen nektar des verderbens gekostet haben, wissen, wovon ich spreche. ihr anderen solltet schleunigst ferien in serbien oder in griechenland oder in der türkei buchen – und die liebe und die unvernunft kennenlernen.

jetzt.

Erwachsen

Posted in Allgemein on Dienstag, 14. Oktober 2008 by badana

Ich frage mich: Woher kommt dieser Lebenswille, jeden Morgen auf den Wecker zu schauen (10 Minuten, bevor er abgeht), daran nicht zu verzweifeln, noch kurz liegenzubleiben, im Wissen, dass es schlauer wäre aufzustehen, ein Bein raus, ein zweites, kalter Boden, wo sind die Socken, huschhusch, Zähne, Gesicht, alles in Einklang bringen mit der jeweiligen Rolle, die ansteht, dann kalter Kaffee, eine braune Banane, der Arm verheddert sich in dem Ärmel des Mantels, der Kopf im Kabel des iPods, welche Musik, Bus oder Fuss, über die Brücke – kurzes Innehalten, Weite der Geleise, Sehnsucht, weiter – Gleis 2 (ist es wirklich Gleis 2, jede halbe Minute ein Blick auf die Uhr, ich steh auf der Höhe der 1. Klasse), 20 Minuten schnappen (ich sollte mal wieder anständig Zeitung lesen), sitzen oder stehen (vom Rückwärtsfahren mit kaltem Kaffee im Bauch wird mir schlecht), wieso kuckt der so, hässlicher Arsch (bin ich ein guter Mensch?), Versinken in Musik (ja nicht den Halt verpassen), dann Aufschrecken, raus, geradliniges Getrampel, in Bus rein (ich darf nicht immer am gleichen Platz sitzen, ich darf nicht zulassen, dass die Monotonie mich verschlingt), wieso furzen alte Menschen so oft in öffentlichen Verkehrsmitteln, draussen schnellen Bilder von Wäldern und Feldern vorüber, ja nicht den Halt verpassen (konzentrier dich, werd wach), dann raus, an Kühen vorbei (wenn sie kucken, muss ich lachen), vorbei an Holzhäusern, an Schildern mit Schnürlischrift drauf (Schnittblumen zum Selberschneiden), bellenden Hunden (Tor ist zu, alte Töle), vorbei am Vogelbeerbaum, an der Kreuzspinne, knarrende Treppe hoch, hallohallo, Kaffee erstmal und dann ab auf Endeckungsreise in die Welt der Technik.

Meine Axialwellen sind iterativ, meine CAD-Schnittstellen liegen brach, der Planschverlust ist verheerend.

Meine Mutter fragt: „Wann wirst du denn endlich erwachsen, Kind?“