Archiv für April, 2008

Wieso Fragezeichen?

Posted in Allgemein on Dienstag, 29. April 2008 by badana

Kobrra, du Stinkmorchel. Wieso ein Fragezeichen nach Penis?

Da hat wohl jemand an Wagemut verloren mit dem Alter..

Oder befürchtest du, dass unsere wohlerzogenen Freunde ob der Unflätigkeit deiner Ausdrucksweise die Nase leicht rümpfen könnten?

Ha! Scheiss drauf.

Nieder mit dem Penis!

(Nächste Woche hassen wir die Weiber!)

Dead Man und Aggressionen

Posted in Allgemein on Montag, 28. April 2008 by badana

Kennt ihr das auch? Ihr seid an einer Party, führt easy-cheesy-talk, denkt, seid gut drauf, habt euer Lieblingsshirt an, werdet mit Nettigkeiten überschüttet und – ZACK: Plötzlich rastet ihr aus, beschimpft den Gastgeber, legt euch mit irgendwelchen Chicks an, droht allen mit Prügeln, macht Radau, möchtet etwas zerschlagen und klaut Alk wie ein Teenie.

Abgesehen davon, dass ihr am nächsten Morgen brummschädlig denkt, dass ihr im Recht seid und euer Gegenüber äusserst uncharmant war, fragt ihr euch dann doch irgendwann, woher denn diese ganze Wut kommen könnte und ob ein „Anger Management“-Kurs vielleicht die bessere Investition sein möge als ein neuer Stufenschnitt.

Vielleicht wäre es auch an der Zeit, sich aus dem Partybusiness zurückzuziehen, im Schrebergarten (sorry Peter) rumzustochern, einen Pilates-Kurs zu besuchen und die Abende gemütlich bei Kino und Essen zu verbringen. Und wo wir grad bei Kino sind: Gestern gingen Biene und ich ins Xenix (jahaa – Sommerzeit) und haben uns „Dead Man“ von Jim Jarmusch reingezogen (wieder mal..).

Bereits an der ersten Bildsequenz mit der schnaubenden Dampflokomotive konnte ich mich nicht satt sehen.. Wie überzeugend in diesem Film doch die komödiantischen Elemente gestreut sind, wie subtil und unaufdringlich die Wandlung des Protagonisten beleuchtet wird. Wie arschkuul sich all die Figuren geben und wie meisterhaft die musikalische Untermalung von Neil Young den Inhalt des Filmes akzentuiert.

Die Zeilen des Dichters William Blake aus „Auguries of Innocence“ durchziehen den Film dabei wie ein trauriger und doch trostvoller – da sich dem Schicksal widerspruchsvoll fügender – Leitspruch:

Every night and every morn
Some to misery are born,
Every morn and every night
Some are born to sweet delight.
Some are born to sweet delight,
Some are born to endless night.

Und mein Lieblingssatz aus dem Film ist:

Do you know my poetry?
– PENGPENGPENG.

Ein solcher Auftritt wäre mir übrigens an der ollen Mackerparty am Samstag sehr gelegen gekommen (hatte leider meine Knarre zu Hause vergessen). Huäräsiäch. Männer sind manchmal solche Flachschwimmer..

Nun gut, meine Lieben. Wieder erreicht euch mein Beitrag in zerfahrener Form.

Ich hoffe, ihr verzeiht mir meine momentane Kopflosigkeit. Es werden Zeiten kommen, in denen Stringenz und Struktur zählt. Im Moment zerdepper ich alle Konstrukte – es lebe die Anarchie!

sie kommen wieder: möcht‘ mich ficken wie ein tier.

Posted in Allgemein on Donnerstag, 24. April 2008 by kobrra

verdammt.

“i am the voice inside your head (and i control you) […] (you let me do this to you. i am an exit.)”
(nine inch nails : the downward spiral : mr. self destruct)

die spirale dreht und dreht sich, und es geht tiefer und tiefer. hinunter. in die abgründe der menschlichen seele, wo die endgültige zerstörung seines selbst der zuckerguss auf dem häufchen dreck ist, den man leben nennt.

“i hurt myself today | to see if i still feel | i focus on the pain | the only thing that’s real […] what have i become? | my sweetest friend | everyone i know | goes away in the end | you could have it all | my empire of dirt | i will let you down | i will make you hurt”
(nine inch nails : the downward spiral : hurt)

dorthin, wo es nur einen ausweg gibt: keinen ausweg. und dies ist die einzige hoffnung, die bleibt.

“nothing can stop me now | cause i don’t care anymore”
(nine inch nails : the downward spiral : piggy)

dorthin, wo alles seine absolute reduktion findet, und ebenso die völlige überhöhung.

“i wanna fuck you like an animal. | i wanna feel you from the inside. | i wanna fuck you like an animal. | my whole existence is flawed. | you get me closer to god. | help me become somebody else.”
(nine inch nails : the downward spiral : closer)

dorthin, wo es nur noch schuld gibt.

“the ruiner’s a collector he’s an infector serving his shit to his flies, | maybe there will come a day when those that you keep blind will suddenly realize, | maybe it’s a part of me you took to a place i hoped it would never go, | and maybe that fucked me up much more than you’ll ever know. | what you gave to me, | my perfect ring of scars, | you know i can see, | what you really are.”
(nine inch nails : the downward spiral : ruiner)

dorthin, wo alles endet

“goddamn this noise inside my head.”
(nine inch nails : the downward spiral : the becoming)

dorthin, wo alles beginnt.

bei 0.

vielleicht ist alles aber auch ganz anders. der erste blick versperrt immer den tiefen: hinter einer vermoderten, bröckeligen fassade verbirgt sich manchmal reine, unverbrauchte schönheit, welche sich selbst schützen muss. welche zu verletzlich ist, um bar dazuliegen. welche ein schoss unendlicher und bedingungsloser liebe ist, zu wertvoll, um jedermann zugänglich gemacht zu werden.

und so modert sie weiter vor sich hin, die liebe, und die spirale dreht sich abwärts. und die schönheit bleibt verborgen. die spirale dreht sich abwärts. der einzige greifbare funken ewigkeit ist gleichzeitig die grösste verschwendung.

wie es bei dieser platte ist?

hör zu.

www.nin.com
www.myspace.com/nin

Lalala – mal was Seichtes, damit nicht immer alles sagen, dass wir so schwer sind

Posted in Allgemein on Donnerstag, 24. April 2008 by badana

Äh. Mir fällt jetzt wirklich aber auch gar nichts ein.

Daher schreib ich einfach mal 10 Filme auf, die ich geil finde und die mir grad einfallen (willkürlich, nicht die besten, nicht die einzigen, nicht geordnet). So eine Übersicht kann man schnell überfliegen und wird nicht depressiv dabei:

Filme:

1. Eternal Sunshine of a Spotless Mind (moderne Liebesgeschichte über Erinnerung und Vergessen mit den eher verpönten Schauspielern Jim Carrey und Kate Winslet in für sie eher ungewöhnlichen Rollen)

2. Calvaire (abartiger und ekelerregender belgischer Psychofilm von schauerlicher Ästhetik über einen mittelklassigen Chansonnier, den es zu einem Irren in Abgeschiedenheit verschlägt)

3. Memento (verschachtelte und innovative Story über einen Mann, der aufgrund eines Traumas sein Kurzzeitgedächtnis verliert und auf der Suche nach dem Mörder seiner Frau auf Abwege gerät)

4. Die drei Tage des Condors (70-er-Jahre-Film mit Robert Redford, der für die CIA arbeitet und untertaucht, da er durch Zufall einem Mordanschlag entkommt – mit einer betörenden Faye Dunaway in der Nebenrolle)

5. Klute (düsterer 70-er-Jahre-Film mit Donald Sutherland, der Privatdetektiv ist und einem Frauenmörder nachspürt, dabei eine Prostituierte – dargestellt durch Jane Fonda – kennenlernt)

6. Lemming (Gratwanderung zwischen Fiktion und Realität, surreale Elemente gelungen platziert, überzeugende Schauspieler (u.a. Charlotte Gainsbourg), beklemmende Atmosphäre)

7. History of Violence (Cronenberg-Film mit Viggo Mortensen, dessen dunkle Vergangenheit und Abgründe ans Licht kommen, als er sich als Barbesitzer gegen einen Angreifer behauptet)

8. Caché (Geschichte um einen Familienvater – Daniel Auteuil-, der seltsame Videobotschaften erhält, die ihn mit seiner eigenen verschütteten Vergangenheit konfrontieren und ihn in mysteriöse Gefilde verschlagen – unterschwellig, irritierend)

9. Stranger than Paradise (Schwarz-Weiss-Film mit John Lurie der von seiner ungarischen Cousine Besuch erhält, zwischen den beiden entspinnt sich trotz anfänglicher Schwierigkeiten ein zartes Netz der Zuneigung) 

10. Breaking the Waves (Geschichte aus den tiefreligiösen Nibelungen Schottlands um eine aussergewöhnliche Liebe und die Gefahr von bedingungslosem Glaubens – mit einer wundervollen Emily Watson in der Hauptrolle)

Alles Filme, denen ich 4 bis 5 Sterne gebe (von 5). Mehr Infos zu den einzelnen auf: http://www.imdb.com. 

Also, Elfelf, ich weiss nicht, ob das ergiebig ist und jemanden interessiert.

(Elfelf hat mir gesagt, ich soll mich kurz halten und nicht so intellektuell rumschwafeln.)

In diesem Sinn – Tschäsen.

Ps: kobrra, vielleicht müssten wir mehr über Sex und Tiere schreiben, damit wir mehr Kommentare einheimsen.. Verstehst den Wink mit dem Zaunpfahl, hä?

Nietzsche und bisserl Pseudophilosophie

Posted in Allgemein on Dienstag, 22. April 2008 by badana

 

      Das trunkene Lied     

    O Mensch! Gib acht!
Was spricht die tiefe Mitternacht?
    „Ich schlief, ich schlief -,
aus tiefem Traum bin ich erwacht: –
    Die Welt ist tief,
und tiefer als der Tag gedacht.
    Tief ist ihr Weh -,
Lust – tiefer noch als Herzeleid:
    Weh spricht: Vergeh!
doch alle Lust will Ewigkeit -,
    – will tiefe, tiefe Ewigkeit!“

Friedrich Nietzsche

 

Wie wahr, wie wahr. Auch ich giere nach tiefer Ewigkeit. Doch ein Paradoxon, so scheint mir, da es nichts Vergänglicheres gibt als die Lust.. Doch bei Nietzsche (der ja in geistiger Umnachtung verschieden ist) kippt in diesem dargelegten Moment die absolute Negativität ins Positive, ins dionysische Ja-Sagen zur Welt, ins ekstatische Einverständnis mit der ewigen Wiederkehr. Doch solche Konstrukte funktionieren nur im Kopf eines Menschen – beziehungsweise im mächtigen Schädel Zarathustras. Im Alltag will der Mensch Schmetterlinge aufspiessen und in gläserne Kästchen stecken, um Schönheit zu konservieren, obschon doch gerade der Flug eines Schmetterlings, sein filigraner Flügelschlag, das Wesen eines Falters ausmacht. Schmetterlinge zu jagen ist in diesem Zusammenhang nur Ausdruck des hoffnungslosen menschlichen Bestrebens, Ewigkeit zu produzieren. 

Da sich diese Zeilen assoziativ ergeben (ein Reizwort gebiert ein anderes, sorry kobrra, ich mach nächstes Mal Konzept..) – folgt an dieser Stelle ein kleiner etymologischer Einschub (denn die Sprache ist ein Messer, das man schärfen muss – es muss präzise schneiden).

Auf Wikipedia steht: „Der deutsche Name „Schmetterling“, 1501 erstmals belegt, kommt vom ostmitteldeutschen Wort Schmetten (das heißt Schmand, Rahm, vgl. tschechisch smetana), von dem einige Arten oft angezogen werden. Im Aberglauben galten Schmetterlinge gar als Verkörperung von Hexen, die es auf den Rahm abgesehen hatten, worauf auch frühere landschaftliche Bezeichnungen für Schmetterlinge wie MilchdiebMolkenstehler oder ähnliche hindeuten. Die englische Bezeichnung butterfly weist in dieselbe Richtung und entspricht dem regional gebräuchlichen Buttervogel, da die Tiere beim Butterschlagen angelockt wurden.“ 

Selbst die Beschäftigung mit Schmetterlingen führt mich in diesen Tagen bereits auf gedankliche Abwege.. Schmetterlinge sind scharf auf Rahm? Mhm.. So willkürlich die Verstrickungen des menschlichen Gehirns, wenn es dauernd regnet und grau ist. Wäre ich ein Hund, würde ich sicherlich gerade mein eigenes Hinterteil jagen.

Nun, ich bin froh, dass ich kein Hund bin und wo wir nun beim Thema sind:

„Ich bin kein Schaf, ich bin kein Hund, … –

Ich bin ein Wolf geblieben, mein Herz
Und meine Zähne sind wölfisch.

„Ich bin ein Wolf und werde stets

Auch heulen mit den Wölfen – …“

(Aus: Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermährchen. 1844.)

Wieso hält der Mensch so trotzig an seiner eigenen Individualität fest, obschon ihm bisweilen dämmert, dass gerade diese seinen Untergang bewirken könnte? Wieso kann er sein Wesen nicht abstreifen, wie alte und ausgediente Haut, sich erneuern und erstarken, sich spielerisch Identitäten zulegen und sie in der Wirklichkeit erproben? Es ist doch eine moderne Grossstadtkrankheit, sein eigenes Ich so dekadent zu zelebrieren. Auf dem Land würde ich Apfelstrudel backen, Kinder gebären und mir eine kleine Bibliothek in meinem Nähzimmer einrichten. Das Licht wäre mild an den Nachmittagen, der Staub würde in den Zimmern flimmern, während ich auf grobem Papier Weltschmerzlyrik fabrizieren würde, die Stille wäre satt und einschläfernd. Ich würde die Tage damit verbringen zu dösen und mein Haar zu kämmen.

Auch wenn die Vorstellung eines „Danebenlebens“, einer parallelen Exisenz (die genauso möglich und möglicherweise genauso erfüllend sein könnte wie die erwählte) in gewissem Sinne Flucht bedeutet – es stärkt die geistige Beweglichkeit. Friedrich Schiller schreibt in seinem Essay „Über das Erhabene“, dass der Mensch versuchen muss, die physische und moralische Welt zu vereinen (das Schöne und das Erhabene), damit er handelt, wenn er etwas zu verändern vermag – und damit er es erträgt, wenn er das nicht kann. Die Konfrontation mit dem Pathos (dazu zähle ich bewusstes Bauen von Utopien – friedvollen und grausligen gleichermassen) verhilft ihm, in der sinnlichen Welt handeln zu können und nicht einfach nur, aus ihr auszubrechen.

Und an dieser Stelle kommt die Kunst zum Einsatz, denn sie bestärkt den Menschen, vermittelt ihm das Gefühl der Ewigkeit, ohne ihm zu schaden. Die Flucht in Kunst wäre also eine legitimierbare Flucht.

Die Flucht in pseudophilosophisches Geplänkel nicht. Also halt ich jetzt die Schnauze und schaue aus dem Fenster auf die Strasse. Regen klatscht gegen den Asphalt und die Autos sehen hässlich aus.

Bläh. Das nennt sich also Wirklichkeit.

Wieder schnurzkurz: Mugison

Posted in Allgemein on Freitag, 18. April 2008 by badana

Bin begeistert von Mugison (Mugimama – Is This Monkey Music?):

http://de.youtube.com/watch?v=_2olZA3K5-s

Und auf myspace:

http://www.myspace.com/mugison

Brauche weiteres musikalisches Futter.

LOS!

Crazy Shit

Posted in Allgemein on Freitag, 18. April 2008 by badana

Bin seit Tagen krank, miesepetrig und ungesellig.

Hilfe für irre Kuscheltiere:

http://www.parapluesch.de/

Endlich.

Das Nilpferd ist lustig. Unbedingt medikamentös behandeln und dann Traumanalyse und dann Spieltherapie.. Ich habe ein Nilpferd geheilt!! Jeeee.

sie kommen wieder: drogenwüste.

Posted in Allgemein on Donnerstag, 10. April 2008 by kobrra

liebes publikum,

kannst du dir vorstellen, nüchtern zu sein in der wüste? nun, KYUSS auch nicht.

1994 gebären die guten herren einen stein und geben ihm den wunderschönen namen „Welcome to Sky Valley“. gezeugt unter massivem einfluss von bewusstseinserweiternden substanzen, war dem kinde von beginn an beschieden, sucht und wüste zu verbreiten. und es hat diese lebensaufgabe mit bravour gemeistert: „welcome to sky valley“ ist locker und immer noch eine der 10 besten platten aller zeiten.

wie sie klingt? sie trocknet aus, sie spendet leben, sie beschenkt. sie klingt nach strasse, nach staub, nach gleissender hitze. sie klingt nach dreck, nach urinstinkten, nach liebe. sie klingt nach gott, nach götzenanbetung, nach hass. und sie klingt nach drogen, nach drogen, nach drogen und nach drogen.

die welt ist schwer, sie ist leicht, sie ist einfach und sie ist komplex. „welcome to sky valley“ macht sie zu einer scheibe.

etwa so: http://www.youtube.com/watch?v=hkN1bBVz9Fw
(kyuss : welcome to sky valley : demon cleaner)

badana meint wohl eher so: http://www.youtube.com/watch?v=P6uwcvHkYvg
(kyuss : welcome to sky valley : space cadet)

live so: http://www.youtube.com/watch?v=E3_M5vo6lsQ
(kyuss : welcome to sky valley : odyssey)

die wüste in der wüste so: http://www.youtube.com/watch?v=OQdY0LCqoeg
(kyuss : welcome to sky valley : whitewater)

http://en.wikipedia.org/wiki/Kyuss

Über Haut- und Gruseljäger

Posted in Allgemein on Mittwoch, 9. April 2008 by badana

Niemand kann Haut so schön zeichnen wie Schiele, denn meist deutet er sie nur an – es gibt ein Bild, da sind die Knie und Ellenbogen des Aktes betont und der Rippenbereich unter den Brüsten. Diese farblichen Tupfer wirken so intim wie sachte Berührungen. Ich vergöttere diese Sinnlichkeit und würde mir gerne eine ganze Wand mit seinen Bildern tapezieren, denn Erotik verliert sich so leicht im Morast des Alltags. Man sollte sie sich von Zeit zu Zeit wieder vergegenwärtigen..

Egon Schiele (1890-1918) zählt neben Gustav Klimt und Oskar Kokoschka zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Wiener Moderne. Er starb im Alter von 28 Jahren an der Spanischen Grippe (drei Tage nachdem seine junge schwangere Frau verschieden war), denn eine Grippewelle katastrophalen Ausmasses überrollte gegen Ende des Krieges die Hauptstadt Österreichs. Zu seiner Lebzeit wurde er der Ferkelei bezichtigt („Verbreitung unsittlicher Zeichnungen“), da er immer nur blutte Frauen und Kinder gemalt hat (ja, okok, auch von Zeit zu Zeit paar Häuser und etwas Natur).

Als ich den italienischen Comic „Dylan Dog“ (von Tiziano Sclavi) vor einigen Jahren in den Händen hielt, war ich ausserordentlich glücklich (wie tief können sich doch solche kleinen Glücksmomente ins Gedächtnis einbrennen!). „Dylan Dog“ wird von unterschiedlichen Zeichnern gestaltet, die jedoch alle den ursprünglichen Stil von Angelo Stano nur vorsichtig abwandeln. „Stanos großes Vorbild ist vor allem bei der Figuration der österreichische Expressionist Egon Schiele. Folglich mildert Stano knallharte Schwarzweiß-Kontraste durch konturierende Rasterflächen und weiche Schwünge in der Linienführung ab.“ http://www.comic-salon.de/2002/pages/ausstellungen02/dylan_dog.htm 

Meist laufen die Geschichten so ab, dass zu Beginn jemand auf mysteriöse Weise umkommt (oft sind es auch mehrere), der Privatdetektiv Dylan Dog – der „Jäger des Grauens“ – muss hinzugezogen werden, da die Polizei ratlos ist. Später kommt immer ein heisser Feger hinzu, mit dem der beziehungsunfähige und hochsensible Dylan rumschnackerlt. Die Geschichten funktionieren dabei auf zwei Ebenen: Als profane Gruselgeschichte und zugleich als intellektuelle sowie postmoderne Lektüre mit zahlreichen intertextuellen Verweisen (insbesondere auf filmische Werke): Sein treuer Gefährte, der stumpenrauchende und groteske Groucho, ist beispielsweise eine Hommage an Marx Brother.  

Meine Freunde, es scheint nicht Sommer werden zu wollen.. Bevor ich mich in meinem Pfefferminztee ertränke und vor Langeweile umkomme, gehe ich mit Biene heute Nacht in den Wald und jage Zauberwesen. Wir werden Rotwein trinken und Kerzen anzünden und mit unserem Sonnentanz die Kälte vertreiben. 

Vielleicht gesellen sich Dylan und Egon zu uns und lauschen den Liedern von Tom und Tori. 

Mit diesem Bild im Kopf lassen sich diese grauen Stunden leicht überstehen..

Was lässt euch die Tage überdauern?

ode an die 5-minuten-kunst

Posted in Allgemein on Dienstag, 8. April 2008 by kobrra

seien wir ehrlich: 99% der menschen, die sich kunst aus echtem interesse ansehen (d.h. insgesamt 1% der menschen ab 20), verweilen allerhöchstens 5 minuten vor einem kunstwerk. und denken dabei auch noch nicht. dies eröffnet 2 möglichkeiten: entweder, man diskutiert die ursachen und vernichtet auch die letzte lust, oder die kunst bedient den betrachter mit häppchen, die seiner aufmerksamkeitsspanne gerecht werden. 

videoclips sind die erlöser unter den kurzfilmen: sie stören den zapp-fluss nur unerheblich, und konfrontieren den konsumenten manchmal mit inhalten, die über „kaufen!“ hinausgehen. so, wie diese hier: http://zuender.zeit.de/kavka_dir/2008/kavka-11-musikvideo?page=all (besten dank, h, für den link!). 

allesamt kill!kill!, nicht fill!fill! – zieht sie euch rein. und keine angst, die leise stimme in eurem kopf, die sich dabei von zeit zu zeit meldet, ist bloss euer denkendes ich. euer bewusstsein. eu(re/er) freund(in). 

hört zu.