Archiv für März, 2008

heroin für alle!

Posted in Allgemein on Donnerstag, 27. März 2008 by kobrra

die „apotheken umschau“ (das weglassen des bindestrichs gehört zum style), ein heft, das in deutschen apotheken gratis aufliegt und zu einer gesteigerten volksgesundheit beitragen soll, berichtet in der aktuellen ausgabe folgendes:

schmerzen – mehr mut zum einsatz von opiaten“

ein wichtiges thema, endlich mit klaren worten angesprochen. mutig, liebe apotheken umschauer. deshalb: her mit dem heroin!

weiss gott, vielleicht verteilen in bälde lustig angezogene menschen am bahnhof kleine küglechen zu werbezwecken? oder die parteien legen vor den nächsten wahlen der üblichen propaganda ein fixerbesteck samt bester ware bei? oder vielleicht stellt sich ja heraus, dass ein gewisses modehaus eigentlich „heroin & marijuana“ heisst, und dies ihrem metier, dem verkaufen von stoff in weiterverarbeiteter form, eine ganz neue bedeutung gibt?

aber wer weiss das schon so genau.

nur, dass ihr’s wisst.

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Schullieder

Posted in Allgemein on Mittwoch, 26. März 2008 by badana
 
Habt ihr auch so Lieder, die ihr in der Schule gesungen habt und die euch bis in die Gegenwart hinein hartnäckig verfolgen?
Seit einigen Tagen bringe ich das folgende Lied nicht aus meinem Kopf und wenn ich es nicht ein- bis zweimal pro Stunde höre, habe ich Angst auszurasten und alles kurz und klein zu hauen um mich rum.. 
 
„Heute hier, morgen dort“ von Hannes Bader: 
http://www.youtube.com/watch?v=u0frhEHCw8M&feature=related 
 („Manchmal träume ich schwer und dann denk ich, es wär Zeit zu bleiben und nun was ganz andres zu tun. I: So vergeht Jahr um Jahr und es ist mir längst klar, dass nichts bleibt, dass nichts bleibt, wie es war. :I“) 
 
Ich entsinne mich auch, dass es einige Liedtexte gab, die mich zur Verzweiflung trieben, unter anderem „Ade, bin i loschtig gsi?“. Denn ich verstand als kleines Jugomädchen kein Wort und auch jetzt – what the fuck soll das heissen?
Ade (im Sinne von Tschau), bin ich lustig gewesen?
Oder: Ah, dann war ich lustig?
Oder ist Ade eine Person, die hier angesprochen wird: Ade, war ich damals wirklich lustig?
Und was heisst der Rest?
Und wer ist hübsch und was überhaupt?

Herrgottnochmal.. (Biene hat übrigens gestern gesagt, dass ich – in Anbetracht meiner eloquenten Fäkalsprache – unter dem Tourette-Syndrom leiden müsse.)

Ade bin i loschdig gse
Ond ade bi de Lüüte
Ond wer mer’s nüd verträge mag,
De söll mer’s gad verbüte:
Zigerefisch ond was guet isch
Ond Schotte-n-a de Zehne!
Wenn d’scho e betzeli höbscher bischt,
So muesch di gär nüd meene.
Ke rote Wii, ke wysse Wii,
Gad Wasser ab de Röhre;
Ond, Buebe. Tüe mer d’Müler zue,
I mag i nömme g’höre. 

Und dann wundert man sich, dass ein Mensch nach sechs Jahren Gehirnwäsche in der Grundschule herzlos und hart wird sowie total auf Sushi und Vino abfährt? 

Ach ja, und das folgende Lied war ebenfalls sehr einschneidend in meiner Charakterentwicklung: „Alles ist eitel“ (.. du aber bleibst, und wenn du ins Buch des Lebens schreibst – du aber bleeeeibst, du aber bleeeeibst, allllles ist ei-tel, du a-ber bleibst..). Natürlich hatte es mein Lehrer bei dieser Gelegenheit versäumt, mich darüber aufzuklären, dass „eitel“ im Mittelhochdeutschen „vergänglich“ bedeutet – so kam es, dass mir die Welt da draussen bereits im zarten Kindesalter undurchschaubar und grausam erschien.
 
All das sind Gründe, weshalb ich manchmal nicht so nett bin und ich wäre dankbar, wenn man dies zur Kenntnis nehmen könnte. Denn ich wäre ein überaus umgänglicher und freundlicher Mensch, wenn da nicht diese Lieder gewesen wären – diese Lieder, die mich traumatisiert und verwirrt zurückgelassen haben. Daher auch mein verkrampftes Streben nach Wahrheit und nach höheren Idealen – i schwör, ich wär sonst anschmiegsam wie ein kleines Kätzchen.
 
Fauch.  
 
images1.jpeg 

ScheissOstern

Posted in Allgemein on Dienstag, 25. März 2008 by badana

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(aus dem Buch: total mobil, http://werdverlag.ch/product_info.php?cPath=37&products_id=273, 2007)
 
So haben sich die Ostern dieses Jahr angefühlt. Hundewetter. Gopfätammisiäch. Lag erkältet im Bett rum und habe die meiste Zeit verschlafen.. An solchen Tagen überkommt mich eine unbändige Lust auf alle irren Österreicher: die Filme von Ulrich Seidl und Michael Haneke, Schriften von Ingeborg Bachmann, Paul Celan, Elfriede Jelinek, Thomas Bernhard, etcetc. (ich erwähne hier Peter Handke bewusst nicht, denn der ist auch für die Österreicher etwas zu gaga und flutscht zu den noch irreren serbischen Schriftstellern rüber, das hat er davon, „Djurdjevdan“ stinkbesoffen in irgendwelchen Dokus zu singen)..
Ich lasse hier auch bewusst den Diskurs „Genie und Wahnsinn“ beiseite – langweilig, das ganze Zeug, hatten wir schon, gell kobrra. An dieser Stelle nur ein kleines Häppchen aus der Süddeutschen, den Rest könnt ihr selbst irgendwo nachlesen: Wolfgang Amadeus Mozart tickte nicht richtig. Bei Hofe war es ihm unmöglich, länger still zu sitzen, er wählte dort außerdem gerne eine unpassende Ausdrucksweise. In Briefen wechselte Amadeus schon mal unvermittelt zu sinnlosen Reimereien und unterzeichnete mit „Herzlichst Ihr Süssmaier Scheißdreck“.  
(http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/310/32278/)  
 
Auf jeden Fall konnte mir Ernst Jandls Gedicht „Ottos Mops“ mindestens für eine halbe Stunde das Gemüt erhellen:
 
Ottos Mops trotzt 
Otto: fort Mops fort 
Ottos Mops hopst fort 
Otto: soso
 
Otto holt Koks 
Otto holt Obst 
Otto horcht
Otto: Mops Mops 
Otto hofft
 
Ottos Mops klopft
Otto: komm Mops komm 
Ottos Mops kommt 
Ottos Mops kotzt 
Otto: ogottogott 
 
In diesem Zusammenhang liessen sich gleich noch schnell die Tücken des Drogenkonsums behandeln: Also, liebe Kinder, Finger weg von Koks, da muss man übel kotzen.
Und da ich heute einen nervösen Finger habe – das sind die Medis, i schwör – noch einen schiesswütigen Witz zum Schluss:
(10 Minuten später)
Habe keinen lustigen Cowboy-Witz gefunden, dafür bin ich über etwas viiiiieeel besseres gestossen – die Alpha-Witze:
Der Alpha-Kurs ist eine fröhliche Angelegenheit. Die Gäste sollen in einer entspannten und lockeren Art und Weise an den christlichen Glauben herangeführt werden. etc. (http://www.alphakurs.de/material/witze.html)
 
Die sind so grottenschlecht und unversaut, dass ich sie euch erspare – aber eigentlich hätte ich ganz Ostern vorm Computer hängen sollen, da hats so viele Verrücktheiten, dass man Wetter und Welt vergisst.
 
badana grüsst euch mit ihren neuen Freunden aus den Gefilden des Irrsinns und Wahnsinns.
Winkewinke.

soso, ein kinderbuch.

Posted in Allgemein on Samstag, 22. März 2008 by kobrra

immer noch münchen. immer noch latein.

habe hier in der wohnung ein kinderbuch entdeckt, bei diogenes erschienen: „zeraldas riese“, von tomi ungerer, scheint aber ursprünglich eine amerikanische erzählung zu sein. nun, der inhalt ist ziemlich interessant… ich zitiere mal:

„es war einmal ein einsamer menschenfresser, ein riese von gestalt, und wie die meisten menschenfresser hatte er scharfe zähne, und einen stacheligen bart, eine grosse nase, ein langes messer, schlechte laune und einen riesigen appetit. am allerliebsten auf der welt ass er kleine kinder zum frühstück.“

„jeden tag kam der menschenfresser in die stadt und schnappte sich ein paar kinder. die verschreckten eltern gruben geheime schlupfwinkel für ihre kleinen. sie versteckten ihre buben und mädchen in truhen und fässern, in dämmerigen kellern und unterirdischen gewölben. die schulen waren leer und die lehrer arbeitslos.“

zeraldas vater wird krank, schickt statt dessen zeralda auf den markt, sie trifft den menschenfresser, etc.

„schnupper! schnüffel! mit pfeffer und mit bratenfett, finden menschenfresser die kinder sehr nett!“

aber statt dass sie sich fressen lässt, kocht die kleine zeralda (6 jahre alt) dem menschenfresser ein opulentes mahl, worauf er sich nach erstmaligem genuss normaler nahrung bekehren lässt, dem menschenfressertum abschwört und die kleine auf seinem schloss als köchin engagiert. und sie kochte so gut, dass die eltern nach einiger zeit ihre kinder wieder aus den verstecken lassen konnten.

„die jahre vergingen. zeralda wuchs zu einer schönen jungfrau heran. der wohlgenährte menschenfresser rasierte sich den bart ab. sie verliebten sich ineinander, machten hochzeit, lebten vergnügt und bekamen eine menge kinder. und so, möchte man meinen, lebten sie glücklich bis an ihr ende.“

jedenfalls habe ich mich bei der lektüre beinahe kaputtgelacht. und du?

Trost

Posted in Allgemein on Montag, 17. März 2008 by badana
 
Ich habe heute Lüki, der zurzeit in Dubai weilt (nachdem er sich in China 4 Jahre lang in der fernöstlichen Alternativmedizin geübt hat), geschrieben, dass ich etwas traurig bin.
 
Dieses Bild hat er mir geschickt:
 
j1.jpg 
 
Ich dachte zuerst – bläh – ne Blume.
Aber: So schön und klar kann Trost sein. 

München

Posted in Allgemein on Montag, 17. März 2008 by badana
 
Ich bin übers Wochenende zu kobrra nach München gefahren. Über die Mitfahrerzentrale wurde mir Karl vermittelt. Karl hat mich auf dem Hinweg 4,5 h vollgelabert und mir gesagt, meine Zähne seien unglaublich weiss. Ich habe ihm gesagt, das sei seltsam, da ich sie nie putze und sowieso Körperhygiene für überschätzt halte (hehe). Nun denn, da ich in einem seiner endlosen Monologe weggepennt bin, konnte ich seinem Sermon wenigstens für kurze Zeit entfliehen.
 
München hat mir dann bei der Ankunft sein verweintes Gesicht gezeigt. Hat ausgesehen wie ne verheulte Nutte, deren Schminke verwischt ist. Aber kunstmässig geht da die Post ab. Mannmannmann. Da könnten die Zürcher sich was abgucken mit ihrer zusammengeschusterten Popart-Ausstellung im Kunsthaus. Alles etwas lieblos und hingepappt (hingepappte Popart sucks ass).
 
Aber wie gesagt München: Aaaahhh. Hab mir die volle Kunst-Dröhnung gegeben. Immer noch gaga vor Glück.
 
1. Matthew Barney in der Sammlung Goetz (nur mit telefonischer Voranmeldung) 
http://www.sammlung-goetz.de/index2.php?lang=de&pn=exh&m=aktuell:
 
„DRAWING RESTRAINT 9 ist das neunte Werk in einer Reihe von Arbeiten, die im Jahr 1987 ihren Auftakt hatte. Das Projekt begann als Experiment im Atelier des Künstlers, bei welchem dem Akt des Zeichnens – wie in einer Versuchsanordnung im Labor – Hindernisse physischer Natur entgegengesetzt wurden, die der Künstler überwinden musste. Unter anderem sprang er auf einem Trampolin, kletterte über Hindernisse, fesselte sich mit einem elastischen Band an den Füssen auf den Ausstellungsboden und versuchte dabei Wände hochzuklettern, behinderte sich selbst mit chirurgischen Plastikschläuchen und stellte dabei Zeichnungen her.“
 
Aus Drawing Restraint 9: 
101.jpg
 Aus Cremaster 3:
 images.jpeg
 
Aus Cremaster 4: 
images-1.jpeg 
 
(Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch anmerken, dass es gewisse Paare gibt, die sind einfach so was von lecker, da kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr raus – weitere Highlight-Couples, die von mir 5 Sterne (von 5) kriegen nebst Björk/Matthew Barney: P.J. Harvey/Vincent Gallo und Helena Bonham Carter/Tim Burten.)
 
2. Pinakothek der Moderne
http://www.pinakothek.de/pinakothek-der-moderne/
In meinen Augen eines der sehenswürdigsten Museen mit moderner Kunst überhaupt (und meine Augen haben sich schon einige Museen besehen). 
 
Zudem waren wir Sushi essen, habe mir Socken auf einem Flohmarkt gekauft beim Olympiastadion (geiles Glasdach), besuchten eine Party in der Muffathalle und büffelten in der Staatsbibliothek (die jeweils bis Mitternacht offen hat und auch sonntags, das sind fleissige und tüchtige Studis dort). 
 
Das waren schöne drei Tage mit kobrra: Cmok an Affaff. 

alfons mucha mag todesblei

Posted in Allgemein on Mittwoch, 12. März 2008 by kobrra

und schon wieder ein konzert: THE DILLINGER ESCAPE PLAN. verdammt, die jungs rocken echt gefährlich. aber irgendwie zündet bei mir, seit ich mich von mars volta in eine andere dimension katapultieren liess, kein echter konzertfunke mehr. auch wenn ich die band noch so sehr mag, und sich die jungs noch so sehr bemühen. vielleicht geht es auch nicht anders: ich blickte ins gesicht gottes und erkannte die schönheit der schöpfung. mich dünkt, ich sei für alle zeiten befleckt.

jedenfalls: wer sich mal ansehen möchte, was eine wilde live-show ist, sollte dies hier tun: http://www.youtube.com/watch?v=r-lxwlgyhhA/

und ansonsten empfehle ich „black bubblegum“, und zwar hier: http://www.myspace.com/dillingerescapeplan/

beinahe wichtiger, als das konzert selbst, war aber eine ästhetische einsicht. habe mir ein shirt der band gekauft, das ganz im stile alfons muchas gehalten ist. was zunächst wie eine fehlgeburt einer globalisierten welt erscheint, ist bei näherer betrachtung etwas wundervolles: in einem bestimmten zusammenhang ist alles wunderschön und hässlich zugleich, lebensbejahend und morbid. es gibt keine grenzen. schubladen sind eine erfindung für orientierungslose menschen. ein konstruierter halt in einer welt, die keine ist. ein 4 dl-getränk bei mcdonalds.

wer weiss, lebte mucha noch, söffe ich vielleicht mit ihm zusammen headbangend ein bier.

http://www.muchafoundation.org/MHome.aspx/