Archiv nach Kategorie "Holzpüppchen dreh' dich"

Auch ein Rücken kann entzücken

Veröffentlicht in Augenschmaus, Holzpüppchen dreh' dich am Dienstag, 17. März 2009 von drunkenjudge

Es gibt Dinge, die sieht man nur sehr selten von vorne. Oder gar nie, wie Hintern. Umgekehrt gibt es aber auch Dinge, die man nur selten von hinten sieht, zum Beispiel die fantastischen Live-Konzerte der Nine Inch Nails, einer Band, über die an anderer gleicher Stelle schon viel gesagt worden ist.

Bevor die langen Nägel in diesem Sommer von vorne zu sehen sind (zum Beispiel hier oder hier), hier, quasi zur 360-Grad-Vorbereitung auf die Open-Air-Saison, ein ziemlich wildes Konzert-Video von hinten, unter freundlicher Mitwirkung weiterer musikalischer Freunde des Hauses Kill!Kill!.

Hei wie sie funkeln, diese Nägel!

Hei wie sie funkeln, diese Nägel!

In keiner Weise quitt

Veröffentlicht in Blutbad & Todschlag, Holzpüppchen dreh' dich, Ich liebe dich, mein liebes Ich, Nix für Analphabeten am Montag, 16. März 2009 von froileincharlotta

„Mit dem Wind, dem Wasser und dem Feuer
Bin ich noch in keiner Weise quitt,
Aber meine Traumesabenteuer
Öffnen mir die Pforten, ungeheuer,
Nehmen mich zum Morgensterne mit.“
(Anna Achmatowa)

Die über sechzigjährige Laurana schrieb heute:  „Ihr seid auf dem guten Weg und habt noch so viel aktives Leben vor euch, währenddem ich die noch zu erwartenden Jahre schon fast an den Fingern abzählen kann (noch nehme ich die Zehen dazu, inkl. erdbeerrote Nägel…). Die Ungeduld und das in fernere Zeiten ausschwärmen ist noch euer Privileg, und das ist gut so.“

Und sie hat Recht. Noch (Betonung auf diesem „noch“) haben wir das Privileg auszuschwärmen und Leben vor uns zu haben. Und dieses Ausschwärmen und dieses Leben lass ich mir nicht nehmen. Mit dem Feuer bin ich in keiner Weise quitt.

Seht euch also vor. Wenn euch der Wind um die Ohren bläst, dann werde ich das sein. Wenn ihr im Sommer in den See springt und ins Wasser taucht, dann werde ich das Wasser sein, das euch umgibt. Wenn ihr euch am wärmenden Feuer verbrennt, denkt an mich, denn ich bin das Feuer.

All the boys love Nina Persson

Veröffentlicht in Holzpüppchen dreh' dich, Liebe & Foltereien am Dienstag, 3. März 2009 von drunkenjudge

Ich steh’ auf Pfauenfedern. Ich steh’ ausserdem auf Chöre in merkwürdigen goldenen Roben und bärtige Gitarristen mit Hut. Zudem steh’ ich auf Blasmusiker, die Perücken tragen. Ganz besonders aber steh’ ich auf Nina Persson.

Und während ich mir gut vorstellen kann, dass viele meine Ansichten über Kopfschmuck, Kleidervorschriften für Chordamen und Gesichtsbehaarung von Gitarristen ebenso wenig teilen wie meine Vorliebe für antiquierte Toupets, so zweifle ich keine Sekunde daran, dass mir in Bezug auf Nina Persson jedermann zustimmen wird (zumindest im aus Sicht engagierter Gender-Studentinnen diskriminierenden Sinn).

Ob all das der Fall ist, lässt sich anhand des Auftritts von A Camp überprüfen, jener beneidenswerten Band, die Nina Persson zur Sängerin hat.

Dazu gibt es für alle jene Getreuen, die diesem Text bis hierher gefolgt sind, noch zwei Bemerkungen. Für all jene, die schon nach den ersten Zeilen nicht mehr weiter gelesen haben, noch drei.

1. Unglücklicherweise teilt Nina Persson meine Vorliebe für bärtige Gitarristen. Einer von ihnen ist ihr Mann.

2. Der Song ist grossartig.

Auch bewunderte Menschen wie Nina Persson müssen ihre Füsse mit Schuhwerk vor schädlichen Umwelteinflüssen wie kleinen Steinchen oder glimmenden Zigarettenstummeln schützen.

Auch bewunderte Menschen wie Nina Persson müssen ihre Füsse mit Schuhwerk vor schädlichen und unangenehmen Umwelteinflüssen wie kleinen Steinchen oder glimmenden Zigarettenstummeln schützen.

Yippie ya yey, Schweinebacke!

Veröffentlicht in Augenschmaus, Holzpüppchen dreh' dich, Selbstmord & Freizeit am Montag, 8. Dezember 2008 von drunkenjudge
Probleme

Waren schon früher ziemlich verbreitet: Probleme.

Solche markigen Sprüche sind bekanntlich das Markenzeichen von John McClane, dem Cop aus den «Stirb langsam»-Filmen. Der Plot dieser Streifen ist eigentlich immer derselbe: Das Böse (verkörpert durch böse Männer, die Geld, Rache oder Macht wollen) muss aufgehalten werden, und dummerweise ist John McClane zur falschen Zeit am falschen Ort (ausser beim dritten Teil, wo er vor dem Film dummerweise die falschen Leute verärgert hat).  Die Folge: McClane kriegt haufenweise Probleme an den Hals, die er jeweils erst nach 90 Minuten (oder mehr!) wieder los ist.

Nun: Auch andere Leute haben Probleme, zum Beispiel der alte Schwede José González (jaja, die Globalisierung), der mit seiner Klampfe ganz passable, vielleicht etwas zu süsse Musik macht. Darunter ist auch ein tatsächlich grossartiger Song, bei dem es exakt um dieses weit verbreitete Phänomen – Probleme – geht. Was das mit John McClane’s Spruch zu tun hat? Nun, das dürfte der Videoclip von «Down the Line» beantworten.

Doch nicht nur José – wir sind jetzt per Du – und John sind nicht bereit, sich von der Dunkelheit auffressen zu lassen. Ebenso stemmen sich die fabelhaften Gutter Twins dagegen, wie die Cover-Version beweist, die man auf ihrer Meinraumseite anhören kann.

there’s a tiny man down there

Veröffentlicht in Augenschmaus, Holzpüppchen dreh' dich, Kunstloses Brot am Montag, 1. Dezember 2008 von drunkenjudge

Bildlegenden können Ihre Gesundheit gefährden.

Bildlegenden können Ihre Gesundheit gefährden.

Ich schreibe den ersten Satz. Jetzt ist er fertig und der zweite folgt sogleich, ich bin schon mittendrin, jetzt ist er fast schon zu Ende. Ich habe eben einen Punkt gesetzt, jetzt ein Komma. Das war schon wieder ein Punkt, jetzt ein Komma, schon wieder ein Komma, was wollte ich sagen? Ein Fragezeichen? Noch ein Fragezeichen? Und was war mit dieser Klammerbemerkung? Habe ich die etwa schon wieder rausgelöscht?

Na schön, ich geb’s zu: Wenn man schreibt, dann ist es nicht gerade spannend, das eigene Tun synchron zu kommentieren. Vor allem: Man hinkt dem Geschehenen immer hinterher. Wenn man in einem Videoclip singt, dann funktioniert das  wesentlich besser. Dafür gibt es Beweise, nicht nur für Fans von 80er-Boygroups, sondern auch für Saure-Gurken-Afficionados (Was für ein Scheisswort).

Gott ist kein DJ

Veröffentlicht in Blutbad & Todschlag, Holzpüppchen dreh' dich am Montag, 17. November 2008 von drunkenjudge
Musikredaktoren mit einer sinnvollen Beschäftigung.

Mein Traum: Musikredaktoren, die schon länger nichts Dümmeres mehr angestellt haben.

«Besauft euch! Es gibt Dümmeres.» Das hat Soziologieprofessor Kurt gesagt. Und er hat Recht, wie mir heute klar wurde. Denn heute habe ich das Radio eingeschaltet. Ach, wie gerne würde ich mit meinen Gebühren Schnaps, Bier und Wein finanzieren, damit sich die DRS3-Musikredaktion samt ihren immerfröhlichen Kumpels am Mikrofon die Kante geben kann, bis sie Shaggy auf dem Rücken der Eagles davonfliegen sieht und keiner mehr in der Lage ist, einen Regler zu bedienen. Diese Musik zu spielen, die sie da spielen, das ist tatsächlich unglaublich viel dümmer als Saufen. Hört sich das ausser mir eigentlich irgend jemand an?

Wenn jetzt einer behaupten will, dass genau dieses Programm den Leuten eben gefalle, dann sage ich: Verdammt, ich kenne diese Leute nicht! Es müssen die gleichen Leute sein, die an all den repräsentativen Umfragen teilnehmen, die beweisen, dass Schweizer sechsmal die Woche Sex haben oder wissen wollen, ob man in eine Sauna-Gondel einsteigen würde. Es müssen die Leute sein, die ein Schoggi-Zigaretten Verbot gut finden und sich für ein iPhone in Schlangen stellen. Ach Kacke, ich will jetzt einen Schnaps.