Archiv nach Kategorie "Ferkeleien & Sex mit Tieren"

Ornament und Verbrechen

Veröffentlicht in Ferkeleien & Sex mit Tieren, Jesus etc., Liebe & Foltereien, Nix für Analphabeten am Montag, 29. Juni 2009 von badana

Das erste Ornament, das geboren wurde, das Kreuz, war erotischen Ursprungs. Das erste Kunstwerk, die erste künstlerische Tat, die der erste Künstler, um seine Überschüssigkeiten los zu werden, an die Wand schmierte. Ein horizontaler Strich: das liegende Weib. Ein vertikaler Strich: der sie durchdringende Mann.

(Adolf Loos, 1908)

Neu-1

Es schreibt

Veröffentlicht in Blutbad & Todschlag, Ferkeleien & Sex mit Tieren, Liebe & Foltereien am Montag, 23. März 2009 von badana

Der Schrecken eines jeden Autors: der gähnende Schlund eines kahlen Blattes – hier fehlt ein Wort und hier und hier, ganze Sätze, Absätze, es ist noch keine Geschichte da. Ich möchte über Inzest schreiben, denke ich und vor meinem inneren Auge eröffnet sich das Bild eines Waldes, es dunkelt ein, es hat geregnet, es riecht nach Regen, der Boden ist feucht und auf dem Moos verharren einzelne Regentropfen, kleinen Glasperlen gleich.

Ich denke an Plot und überlege mir, ob inzestuöser Sex überhaupt noch schocken kann. Wir modernen Leser sind abgebrüht. Letztens ein Gespräch im Bus: „Er hät sie denk nöd tödäd, nur gfoltärät und so.“ Vielleicht muss der Plot anders sein, banal, sie sucht ihren Bruder, der ihr versprochen hat, sie zu wecken und in den Wald mitzunehmen, aufs feuchte Moos und er kommt nicht und sie, was tut sie? Sie geht alleine in den Wald, vielleicht fällt sie irgendwo rein oder runter und bricht sich das Bein. Knack. Das muss hässlich klingen, wenn die eigenen Knochen brechen, das habe ich mir sagen lassen. Vielleicht reicht es, wenn sie sitzen bleibt und weiss, dass er nicht kommen wird. Vielleicht muss die Geschichte auch anders sein, vielleicht muss er sie wecken kommen, vielleicht leckt er ihr übers Gesicht, ganz leicht und dann steht sie leise auf, jeder Handgriff sitzt, sie machen das schon lange und sie freut sich, sie ist wie hypnotisiert. Vielleicht folgt sie ihm und sie liegen nackt auf dem feuchten Moos und zeichnen mit den Lichtstrahlen einer Taschenlampe Figuren an die dichten, dunklen Baumkronen.

Vielleicht fährt er ihr mit dem Finger über die noch flache Brust und berührt ihr Schlüsselbein und legt ihr ein grosses Ahornblatt auf den Bauch und sagt ihr:  Hier werden Kinder wachsen. Und sie, selbst noch Kind, nickt artig und lächelt, obwohl sie nicht weiss, ob ihr das gefallen soll, dass da etwas in ihr wachsen wird.

Und das Ende? Sie muss wütend werden, weshalb.. Da er eine Freundin hat und ihr sagt, dass seine Freundin richtige Brüste hat und weiches Haar.. Ich muss das kleine Mädchen schon von Anfang an so zeichnen, dass sie die Veranlagung in sich trägt, aus Liebe und Besessenheit sowie Besitzgier zu töten. Mit einem Stein. Während er auf dem feuchten Moos liegt und mit geschlossenen Augen von seiner neuen Freundin träumt.

Sie hebt den schwersten Stein auf, den sie findet und lässt ihn auf seinen Kopf fallen. Er muss noch kurz leben, das Bild mit dem zermantschten Schädel braucht Raum, ein gluggerndes und rasselndes Geräusch durchbricht die Stille. Dann deckt das Mädchen den Körper zu, mit Blättern und Zweigen. Langsam und liebevoll. Lebt er noch? Das Mädchen geht und verspricht, ihn bald wieder unter diesem Baum besuchen zu kommen. Letztes Bild: Es schlendert nach Hause, es dämmert schon, es summt und betrachtet die abgeknickten Blütenköpfe am Wegrand und wird plötzlich ein wenig traurig.

Die Geschichte steht. Doch leider schreibt sich nicht von selbst.

Ich brauch ne Tippse.

Dönise?

Geissenpeters Nightmare

Veröffentlicht in Ferkeleien & Sex mit Tieren, Ich liebe dich, mein liebes Ich am Sonntag, 15. Februar 2009 von drunkenjudge
geiss

Ziegen: Die Spatzen unter den Paarhufern.

Diese Ziege kann besser Seiltanzen als ich.

Wann wird ein Hund die schönere Frisur haben?

Und wann wird ein Frosch bessere Blogbeiträge schreiben?

Ich fürchte, die Zeiten werden härter.

Der kleine Mörder

Veröffentlicht in Blutbad & Todschlag, Ferkeleien & Sex mit Tieren am Freitag, 30. Januar 2009 von badana

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Er wußte nicht, warum er so elend war

Und warum der Himmel an jenem Abend so schwelend war.

Sein Schädeldeckel war aufgeklappt und Fliegen setzten sich auf sein rosiges Hirn

Und leckten daran. Göttliche Gedanken schienen ihn zu durchirr’n.

Wenn er das Messer nähme und sich die große Zehe abschnitt?

Oder ginge er lieber auf den Abtritt,

Und spielte mit sich, über den Abfluß geneigt?

– Da hat sich seine kleine Schwester in der Küche gezeigt.

Er hob ihr den Rock hoch und stieß ihr die große Kelle

In den Schoß, daß sie schrie. Ihn trug die Welle

Des Abendrotes durch die Wolken hin.

Er sah nichts mehr.

Er fühlte nichts mehr.

Ihn trieb die rote Flut, das rote Meer

Zu einem uferlosen Ziel.

Er fiel

Lächelnd über die kleine Leiche hin.

(In: Klabund. Die Harfenjule. 1927)

Küssen, nur ohne Lippen

Veröffentlicht in Ferkeleien & Sex mit Tieren, Nix für Analphabeten, Von Vögeln am Donnerstag, 29. Januar 2009 von froileincharlotta

Heute habe ich zuunterst in einer Kiste ein altes, vergammeltes Taschenbuch gefunden. Hinten drauf hatte es einen hässlichen, türkisen Kleber mit der Aufschrift: „Leseexemplar für Ihre Taschenbuch-Abteilung“. Da ich persönlich keine Taschenbuchabteilung führe in meinem Sammelsurium diverser Abteilungen (eine Abteilung für Vergesslichkeit könnte ich zum Beispiel bieten oder eine Abteilung für Abteilungen im Sinne von Abzweigungen), wollte ich das Buch zurücklegen. Da ist mir der Text aufgefallen, halb unter dem hässlichen, türkisen Kleber verborgen: „Schreiben Sie mir, Emmi. Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf.“

Nicht hinsehen! Sie schreiben sich gerade lange Briefe!

Nicht hinsehen! Sie schreiben sich gerade lange Briefe!

Schreiben ist küssen mit dem Kopf? Also: Kopfküssen? Wahnsinn. Darüber muss ich nachdenken. Früher, da hatte ich mal Brieffreunde. Diesen Brieffreunden konnte ich Psychobriefe schreiben und sie haben artig zurückgeschrieben. Ich will wieder Brieffreunde haben! Sofort! Denn wer wollte nicht Kopfküssen? Ich stelle mir das lustig vor. Und abenteuerlich. Und seltsam aufregend. Hach, spannend, spannend.

Lüsterne Lyrik

Veröffentlicht in Ferkeleien & Sex mit Tieren, Nix für Analphabeten am Mittwoch, 21. Januar 2009 von badana

Ich liebe Gedichte, insbesondere, wenn sie schön versaut sind. Auf der Zugfahrt nach Wien habe ich einen ganzen Band voll poetischer Schlüpfrigkeiten verschlungen – mit erhitztem Gesicht und roten Wangen.

Einer der Höhepunkte war: 

Engel verführt man gar nicht oder schnell.
Verzieh ihn einfach in den Hauseingang
Steck ihm die Zunge in den Mund und lang
Ihm untern Rock, bis er sich naß macht, stell
Ihn das Gesicht zur Wand, heb ihm den Rock
Und fick ihn. Stöhnt er irgendwie beklommen
Dann halt ihn fest und laß ihn zweimal kommen
Sonst hat er dir am Ende einen Schock. 
     

Ermahn ihn, daß er gut den Hintern schwenkt
Heiß ihn dir ruhig an die Hoden fassen
Sag ihm, er darf sich furchtlos fallen lassen
Dieweil er zwischen Erd und Himmel hängt —

Doch schau ihm nicht beim Ficken ins Gesicht
Und seine Flügel, Mensch, zerdrück sie nicht.

(„Über die Verführung von Engeln“, Bertolt Brecht)

Das hat mich wiederum daran erinnert, dass ich letztens in der S-Bahn sass und einen mit Kulli hingekritzelten Tag aufm Abstelltischchen entdeckt habe: 

ich bin groggy 
und meine sloggi 
wollen den doggy style

Da soll nur einer sagen, Poesie sei verstaubt..

Pah pah. Penis.

Der Mensch unter den Obamas

Veröffentlicht in Augenschmaus, Ferkeleien & Sex mit Tieren, Von Vögeln am Mittwoch, 5. November 2008 von drunkenjudge
Was für eine miserable Fotomontage!

Was für eine miserable Fotomontage.

Der Tod seiner Geliebten macht Obama in seinem neuesten Abenteuer schwer zu schaffen. Tief sitzt der Schmerz über den Verlust. War es es Selbstmord, weil sie ihn schützen wollte? Oder steckt jemand hinter dem Tod Vesper Lynds (Eva Green)? Von Rache getrieben hat der Präsident nur ein Ziel: die Wahrheit herauszufinden. Dabei stösst er auf eine mysteriöse Organisation namens Quantum, in die Dominic Greene (Mathieu Amalric) involviert ist. Obama verfolgt den zwielichtigen Geschäftsmann durch verschiedene Länder und trifft auf das neue Obamagirl, die attraktive Camille (Olga Kurylenko). Sie hat mit einem Geschäftspartner Greenes noch eine Rechnung offen.

Grandioses Action-Spektakel

Im 22. Obama-Abenteuer geht es zur Sache, Action wird gross geschrieben. Obama war noch nie so gemein und noch nie ging er mit seinen Gegnern derart brutal ins Gericht.

Wer immer noch auf den Charme der alten Obama-Klassiker hofft, der wird enttäuscht. Marc Forsters neueste Arbeit ist geradlinig und schnörkellos. Der Schweizer Regisseur porträtiert Obama in «Quantum of Solace» als mordenden Racheengel und liefert uns uns dabei ein grandioses Action-Film-Spektakel erster Güte.

Na dann viel Vergnügen mit dem Kerl.