Es wird Zeit (Notizen für ein Protestlied)

Es wird Zeit für Aufbruch, Ausbruch, reinen Tisch. Es wird Zeit für Ehrlichkeit, Wagemut. Wisch&weg mit all den Spielern, Blendern, den Bettnörglern, den Zeitverschwendern, den netten Menschen. Zur Hölle mit lässigen Freizeitaktivitäten und stundenlangen Gesprächen, verdammt sei die Flucht in den Alkohol. Kein Seelenmüll, kein Töpferkurs, kein Yoga, kein Haareglätten. Her mit den grossen Taten, den Fausthieben, den Meilenschritten. Ich will beweglich bleiben, tanzen, meine Wurzeln jedem Boden entreissen, alle Berge und Meere auf dieser Welt werden mir Heimat bedeuten. Es ist mir einerlei, wo ich herkomme und wo ich hingehe. Ich werde nicht ruhig, nicht massvoll sein. Mich auch nicht in Erinnerungen suhlen, alte Geschichten erzählen, um verpasste Gelegenheiten heulen, schwarzweisse Fotografien ablecken. Mein Herz soll sich verabschieden von Gefühlsduseleien, von allem eitlen Tand, von Firlefanz. Keine Mätzchen, keine pathetische Gesten – kein Drama, Baby. Kein Leben in Bildern, keine enttäuschten Erwartungen: Ich werde nicht das Opfer meiner Ideale sein.

Ich will damit sagen: Ich gebe nicht auf, ich werde nicht klein, ich werde nicht weich.

2 Antworten zu “Es wird Zeit (Notizen für ein Protestlied)”

  1. Ist ab und an ein wenig Alkohol erlaubt? Dann würde ich mitsingen…

  2. Ab und zu ja.

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