Es war einmal vor langer, langer Zeit…

… im tiefen, dunkeln Wald ein Wolf. Der Wolf sprach zu sich – er hatte niemanden anderen, zu dem er hätte sprechen können – leise und vorsichtig:

Nicht jeder Wolf hat ein Rotkäppchen...

Nicht jeder Wolf hat ein Rotkäppchen...

„Lieber Wolf, sei mir nicht böse, doch ich würde gerne mal wieder meinen Pelz verlassen, etwas frische Luft schnappen, ohne gleich von Dir gefressen zu werden. Meinst Du das sei heute an diesem sonnigen und freundlichen Tag möglich?“ Seine Stimme zitterete einwenig, als er so sprach, er versuchte aber sicher zu wirken. Als er gesprochen hatte, wartete er geduldig auf eine Antwort. Er wollte sich Zeit lassen, nicht drängen. Er selbst aber antwortete nicht. Da wurde der Wolf sehr traurig, denn er wusste nicht, wie er mit dieser Nicht-Antwort umzugehen. War das jetzt ein Ja oder ein Nein? War es eine Kriegserklärung oder ein Friedensversuch? War es schlicht Ignoranz oder böser Wille? Er versuchte sich selbst nicht als gemein und böse zu sehen. Er redete sich ein, dass er einfach viel zu tun hätte und eigentlich schon hätte antworten wollen, nur sei die Zeit halt etwas knapp. Doch als 10 Tage vergangen waren, glaubte er nicht mehr an eine Antwort und er glaubte auch nicht mehr an das Gute in sich. So verfluchte er sein Selbst und zog von dannen. Seit da sieht man den Wolf bisweilen am Weiher nahe der Waldlichtung mit Steinen werfen. Manchmal trifft er auch jemanden am Kopf – unabsichtlich natürlich.

3 Antworten zu “Es war einmal vor langer, langer Zeit…”

  1. Krass, genau das ist mir letztens passiert: Da sitz ich doch auf einer Lichtung im Wald und natürlich ist es Nacht und die Zeit vergeht und der Mond wandert und ich warte auf die Liebe. Und dann – wumm – Stein am Kopf. Ich sags dir – sooo ein Riesenbrocken. Was dann? – fragst du. Dann kam Ohnmacht und Schädelfraktur und Gedächtnisverlust und ich wusste weder ein noch aus. Leider war ich auch fast nackt und musste schrecklich frieren, doch die Scheisssterne vergingen einfach leise und es regnete keine Goldtaler und ich hatte Hunger und musste Galle kotzen, da mein Gehirn erschüttert war.

    Wenn ich gewusst hätte, dass da ein Wolf ist – vielleicht hätte ich mich nicht ganz so alleine gefühlt.

  2. Ich hab’s gewusst: Someone’s in the wolf!
    http://qotsa.com/player/default.aspx?meid=1264

  3. Hui, oh Grossmutter, was hast denn du für grosse.. äh.. Brüste?

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