Hieronymus Bosch trat 1488 der religiösen Bruderschaft „Unserer-Lieben-Frau“ bei, die Kontakt pflegte zu den höchsten Kreisen des Adels, der Geistlichkeit und der städtischen Eliten in den Niederlanden. In ihren Prozessionen machten sie sicherlich komische Dinge, so wie es jede Sekte tut. Aber um diese Schweinereien geht es hier nicht, sondern um den folgenden Innenflügel des Triptychons „Garten der Lüste“, auf welchem die Hölle abgebildet ist. (Schon wieder schreibt sie über so was Deprimierendes – denkt ihr nun. Und ich sag euch: Jaja, die Welt ist düster, meine Lieben, da gibt es einfach nichts schönzumalen, das wusste der Bosch schon damals. Wenn ich jetzt eine abgegriffene Bibel hätte, würde ich einen prima Weltuntergangsverschreier auf der Strasse abgeben.)
Dies ist ein Ausschnitt aus Boschs bekannter Unterweltsdarstellung mit dem Titel „musikalische Hölle“. Letzterer rührt daher, dass Musikinstrumente als Folterwerkzeuge gegen wehrlose Menschen eingesetzt werden (was schon ziemlich abgefahren ist und auch irgendwie erheiternd – give it to me baby, mit der Klarinette, auf meinen sündigen Hintern).
Das Augenmerk auf sich zieht der sogenannte Baummensch, der installiert ist auf zwei kleinen Booten. Sein dem Betrachter zugewandtes, nachdenkliches Gesicht ist auf einem Korpus montiert, der an ein geborstenes Ei gemahnt. Auf seiner Kopfbedeckung, einem Mühlstein, steht ein roter Dudelsack inmitten - das Symbol für sexuelle Ausschweifungen und Obszönität.
Unterhalb des Baummenschen (siehe den nächsten Ausschnitt) ist ein wehrloses Opfer in die Saiten einer Harfe eingespannt, ein anderes Opfer wird von einer großen Flöte niedergedrückt, ein weiteres liegt unter der Leier gefangen, auf sein Hinterteil sind Noten geschrieben, nach der die hier Herumgruppierten unter Anleitung eines Monsters singen müssen.

Das Bild hängt in meinem Zimmer und ich dacht immer: Ach, was für krullige* Viecher, die wuseln so in der Hölle rum und lächeln selbstversunken.
Ha, nixda, falsch gedacht. Die hauen sich gegenseitig mit Flöten.
Ach, ich wünscht, ich wär musikalischer..




