immer noch münchen. immer noch latein.
habe hier in der wohnung ein kinderbuch entdeckt, bei diogenes erschienen: „zeraldas riese“, von tomi ungerer, scheint aber ursprünglich eine amerikanische erzählung zu sein. nun, der inhalt ist ziemlich interessant… ich zitiere mal:
„es war einmal ein einsamer menschenfresser, ein riese von gestalt, und wie die meisten menschenfresser hatte er scharfe zähne, und einen stacheligen bart, eine grosse nase, ein langes messer, schlechte laune und einen riesigen appetit. am allerliebsten auf der welt ass er kleine kinder zum frühstück.“
„jeden tag kam der menschenfresser in die stadt und schnappte sich ein paar kinder. die verschreckten eltern gruben geheime schlupfwinkel für ihre kleinen. sie versteckten ihre buben und mädchen in truhen und fässern, in dämmerigen kellern und unterirdischen gewölben. die schulen waren leer und die lehrer arbeitslos.“
zeraldas vater wird krank, schickt statt dessen zeralda auf den markt, sie trifft den menschenfresser, etc.
„schnupper! schnüffel! mit pfeffer und mit bratenfett, finden menschenfresser die kinder sehr nett!“
aber statt dass sie sich fressen lässt, kocht die kleine zeralda (6 jahre alt) dem menschenfresser ein opulentes mahl, worauf er sich nach erstmaligem genuss normaler nahrung bekehren lässt, dem menschenfressertum abschwört und die kleine auf seinem schloss als köchin engagiert. und sie kochte so gut, dass die eltern nach einiger zeit ihre kinder wieder aus den verstecken lassen konnten.
„die jahre vergingen. zeralda wuchs zu einer schönen jungfrau heran. der wohlgenährte menschenfresser rasierte sich den bart ab. sie verliebten sich ineinander, machten hochzeit, lebten vergnügt und bekamen eine menge kinder. und so, möchte man meinen, lebten sie glücklich bis an ihr ende.“
jedenfalls habe ich mich bei der lektüre beinahe kaputtgelacht. und du?